Jahresrückblick 2016 Güstrow, Laage und Krakow : Brisanter Fund lässt Kunstwelt aufhorchen

Volker Probst von der Barlachstiftung zeigt den Güstrower Fund.
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Volker Probst von der Barlachstiftung zeigt den Güstrower Fund.

4. Quartal: Zwischen brisanten Dokumenten der führenden NS-Kunsthändler Bernhard A. Böhmer und Hildebrand Gurlitt, dem Dreh eines Fernsehfilms und der Wahl eines neuen Stadtpräsidenten.

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30. Dezember 2016, 05:03 Uhr


Oktober


• Das Ex-Stadtwerkehaus an der Glasewitzer Chaussee wird für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet, soll aber mehr sein. Eine Werkstatt soll Beschäftigung bieten, Platz zum Experimentieren.

• Eine Fotokampagne soll Güstrower und Flüchtlinge zusammenbringen. Die Fotos setzen sich aus je zwei Gesichtshälften zusammen. Die Partnerinitiative für Toleranz und Weltoffenheit steht dahinter.

• SVZ beendet die Suche nach dem ältesten noch gültigen Führerschein. Den hat Ewald Malutzki aus Neu Strenz. Er stammt aus dem Jahr 1939.

• Positive Meldung vom zivilen Flughafen Rostock-Laage: Fast 211 000 Passagiere wurden in den ersten neun Monaten auf dem Flughafen Rostock-Laage abgefertigt. Das sind mehr als zuletzt im ganzen Jahr.

• Erstmals lud der Landkreis Rostock zu einem Tag der offenen Tür an einem Sonnabend ein. Rund 1500 Besucher schauten sich im Güstrower Kreishaus und in Bad Doberan um.

• 50 Jahre hat sie geschwiegen, nach einer Restaurierung erklingt die Paul-Rother-Orgel in der Kirche zu Zehna wieder.

• Ein brisanter Fund bringt Güstrow deutschlandweit in die Schlagzeilen. Beim Abriss des so genannten Hexenhauses am Rande des Badestrandes am Inselsee tauchen Dokumente der führenden NS-Kunsthändler Bernhard A. Böhmer und Hildebrand Gurlitt auf. Briefe geben Auskunft über den Handel mit „entarteter Kunst“.

• Der Zustrom von Flüchtlingen hat spürbar nachgelassen. Viele Wohnungen, die der Landkreis in den Gemeinden angemietet hatte, stehen wieder leer. Zugunsten der zentralen Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften wird bei der dezentralen Unterbringung drastisch reduziert.

• Neue Gesichter in der Jugendarbeit: Nach monatelanger Vakanz konnte die Christophorus-Kirchengemeinde, Träger der Jugendarbeit im Amt Laage, die Stellen mit Tim Kayatz und Johannes Kretschmann besetzen.

• Andreas Ohm (CDU) wird neuer Stadtpräsident in Güstrow. Vorgänger Torsten Renz tritt zurück, nachdem er die Funktion des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU-Fraktion im Landtag übernommen hat.

• Krakow am See feiert ein Jubiläum: 60 Jahre ist es her, dass der Stadt erstmals der Titel Kurort verliehen wurde.

• Ein Güstrower führt die Deutsche Sportjugend an. Jan Holzen spielte einst Handball und kam mit der Ehrenamtsstiftung, deren Geschäftsführer er ist, vor zwei Jahren nach Güstrow.


November


• In Güstrow wird wieder Düngetechnik gebaut. Nach der Insolvenz der LMB GmbH führt die GMB Güstrower Maschinenbau GmbH die Landmaschinenbau-Tradition fort.

• Güstrow wird zum Schauplatz eines Fernsehfilms. Titel: Der Sohn. Tagelang wird in der Innenstadt gedreht.

• Der Gutspark in Weitendorf wird saniert. Nachdem die Lindenallee komplett gefällt worden war, wurden jetzt 60 neue Winterlinden gesetzt.

• Jahre hat es gedauert, jetzt ist endlich das Geld für ein neues Feuerwehrfahrzeug in Diekhof zusammen. Zuletzt kam ein Fördermittelbescheid vom Land über 130 000 Euro. 260 000 Euro kostet das Tanklöschfahrzeug.

• Der Landkreis legt den Entwurf eines Schulentwicklungsplanes für weiterführende Schule vor. Alle Schule sind in ihrer Existenz gesichert. Beschlossen wird über den Schulentwicklungsplan erst im nächsten Jahr.

• Im Güstrower Speedwaystadion lärmen statt knatternder Motoren Baumaschinen. Der Start- und Zielbereich wird erneuert. Außerdem entsteht eine neue Tribüne.

• Für fast ein Jahr lang wird die Landesstraße 14 zwischen Glasewitz und Plaaz gesperrt. Eine neue Brücke über die Autobahn wird gebaut.

• Im Güstrower Ortsteil Klueß hat der Verein Klueßer Sandhasen ein neues Vereinshaus quasi aus dem Boden gestampft. Nach nur drei Monaten Bauzeit, konnte es erstmals am ersten Adventswochenende genutzt werden.

• Der zivile Flughafen Rostock-Laage bekommt eine neue Chefin. Dörthe Hausmann übernimmt ab dem nächsten Jahr die Geschäftsführung und folgt auf Rainer Schwarz, der vorzeitig ausscheidet und zum Flughafen Münster-Osnabrück wechselt.

• Ein neuer Ginkgo wird im Güstrower Schlossgarten gepflanzt und ersetzt einen etwa 150 Jahre alten Ginkgo, der ein Sommersturm zu Boden riss.


Dezember


• Die Wokra-Affäre ist beendet. Die Krakower Stadtvertreter kassieren ihren eigenen Beschluss und pochen nun nicht mehr auf Schadensersatzansprüche.

• Die Vogelgrippe grassiert. Geflügelhalter und auch der Wildpark wappnen sich gegen den hochansteckenden H5N8-Virus.

• Die Sanierung und Attraktivierung des Freizeit- und Erholungsbades „Oase“ kommt in Gang. Der Planungsauftrag ist vergeben. 2018 könnte es losgehen.

• Der Betrieb für Bau und Liegenschaften stellt den Fahrplan für die Sanierung des Güstrower Schlosses vor. Bis 2023 soll die bauliche Hülle erneuert sein.

• Der Landkreis arbeitet an einem Personalentwicklungskonzept. Erstmals geht dabei nicht um Personalabbau, sondern darum Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Immerhin gehen 120 Mitarbeiter demnächst in den Ruhestand.

• In Braunsberg wird die Straße ausgebaut. Den Anteil, den die finanziell angeschlagene Gemeinde dazu leisten müsste, übernehmen die Braunsberger.

• Eklat in der Güstrower Stadtvertretung: „Inselblick“-Bauherren verdächtigen die Stadtpolitik unlautere Absprachen mit dem Investor getroffen zu haben. Sie haben Randgerundstücke gekauft, die bei einer Erweiterung des Baugebietes keine Randgrundstücke mit Inselseeblick mehr sein werden. Tags darauf zog man die Unterstellungen zurück.

• Einen Stern vom Guide Michelin bekommt das Restaurant „Ich weiß ein Haus am See“ in Krakow am See. Für Koch Raik Zeigner ist es der 11. Stern, für das Restaurant der 21.

• Nach 25 Jahren löst sich die Kreisgruppe der Sudetendeutschen auf.

• Paukenschlag in Laage: Bürgermeister Ilka Lochner wird ihr Amt aufgeben und in die Landesvertretung MV in Berlin wechseln.

• Eine Kunststoffbahn weihte die Feuerwehr Charlottenthal ein. Damit haben die Feuerwehrsportler jetzt optimale Bedingungen für die Vorbereitung auf Wettkämpfe.

• Diekhof und Laage wollen nun doch über eine Fusion verhandeln. Lange hatte das Thema auf Eis gelegen.

• Am Markt 29/30 schließt sich eine schmerzliche Brandlücke in Güstrow. Die beiden miteinander verbundenen Häuser wurden jetzt gerichtet. Mieter können veraussichtlich Mitte des nächsten Jahres einziehen.

• An der Güstrower Speicherstraße werden die Ruinen des ehemaligen Polstermöbelwerkes abgerissen. Was danach kommt, ist noch offen.

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