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Germanwings-Absturz : „Jeden Morgen unser erster Gedanke“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Absturz der Germanwings-Maschine und die Folgen

Terroranschläge, Flüchtlingsdrama, Griechenlandkrise... In der Erinnerung der Unbeteiligten liegt der Absturz der Germanwings-Maschine vom 24. März schon wieder lange zurück. Nicht so für die direkt Betroffenen. „Jeden Morgen ist der gewaltsame Tod unserer Kinder unser erster Gedanke. Jeden Abend unser letzter.“ Das schrieben Angehörige der Opfer im Juli in einem offenen Brief.

Bei dem Absturz war ein Airbus auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einem Berg in den französischen Alpen zerschellt. Alle 150 Menschen an Bord starben. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass der Copilot die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hatte. Er war psychisch krank und fluguntauglich, was er seinem Arbeitgeber jedoch verschwieg.

Die Angehörigen sind noch im ersten Trauerjahr, und das ist ganz besonders hart. „Was die meisten mittlerweile hinter sich haben dürften, ist der erste Schock und das Erschrecken darüber, dass der geliebte Mensch nicht mehr da ist“, sagt die Psychologin Prof. Rita Rosner, eine Expertin für Trauerbewältigung.

Wer keines der Opfer persönlich gekannt hat, hakt ein solches Unglück dagegen schnell wieder ab. „Das braucht man zum Selbstschutz“, erklärt Rosner. „Deshalb muss man sich nicht schlecht fühlen.“ Viele haben unmittelbar nach dem Absturz gesagt: „Mich bringt so schnell nichts mehr in ein Flugzeug!“ Aber das sagt man eben so. Fakt ist: Es wird nicht weniger geflogen.

In den Cockpits deutscher Flugzeuge hat sich dagegen etwas geändert: Dort müssen jetzt immer mindestens zwei Personen anwesend sein.

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