Stimmungstest : Vorfreude auf die 28. Hanse Sail

Wie ist die Stimmung vor dem großen maritimen Volksfest? Diese Frage haben sich unsere Reporter auf den Straßen der Hanse- und Universitätsstadt beantworten lassen.

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07. August 2018, 09:35 Uhr

Zur 28. Auflage des maritimen Klassikers Hanse Sail  in Rostock haben sich für die Zeit von Donnerstag bis Sonntag 165 Schiffe aus zehn Nationen angemeldet. Partnerland ist dieses Jahr Schweden. Dabei bestimmt eine Flotte hölzerner Segelschiffe das Geschehen am westlichen Ende des Stadthafens. Dort werden die „Tre Kronor av Stockholm“, „Tre Hjärtan av Halmstad“, „Vega av Gamleby“ oder „Ingo“ anlegen. Sollte das Wetter gut sein – und nichts deutet auf eine grundsätzliche Änderung hin – werden wieder rund eine Million Zuschauer erwartet.

In den vergangenen Jahren waren stets um die 200 Schiffe nach Rostock gekommen. Für die niedrigere Zahl in diesem Jahr seien unter anderem andere Veranstaltungen für Traditionsschiffe verantwortlich, sagt Sail-Sprecherin Annika Schmied. Manche Schiffe würden saniert. Darüber hinaus würden einige Yachten die Kriterien der Traditionsschifffahrt nicht erfüllen und im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr registriert. „Sie dürfen aber natürlich nach Rostock kommen“, so Schmied.

Seit Tagen sind die Organisatoren vor allem im Rostocker Stadthafen beim Aufbauen, denn  bis Donnerstag muss alles stehen und ausprobiert sein. Unter den Rostockern und Besuchern der Stadt herrscht Vorfreude auf die diesjährige Sail, wie eine NNN-Umfrage ergeben hat. Dass es am Sonnabend in Warnemünde kein Feuerwerk geben wird, bedauern viele.  Bekanntlich hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund  die Erlaubnis aus Sicherheitsbedenken nicht erteilt. 

 

<p>Gibt Wissen weiter: Arne Böker beantwortet Fragen zum Thema Wassertretboot.</p>

Gibt Wissen weiter: Arne Böker beantwortet Fragen zum Thema Wassertretboot.

 

Arne repräsentiert Tretbootteam der Uni

Boote angucken sei zwar ganz nett, auf der Hanse Sail vertreten ist der Maschinenbau-Student Arne Böker aber aufgrund einer anderen Sache: „Ich repräsentiere dort an einem Stand das Tretbootteam der Uni Rostock“, erzählt der 24-Jährige. „Ich freue mich ganz besonders auf die Fragen interessierter Stand-Besucher.“ Unter anderem erklärt werde dort die Bauweise eines Tretbootes und wie die einzelnen Teile zusammenarbeiten. „Da kommen manchmal ganz spannende Gespräche heraus, wenn man den Leuten erklärt, wie so ein Gefährt funktioniert“, weiß Arne aus Erfahrung. Nach getaner Arbeit wird aber auch er mal am Hafen entlangspazieren, den Sounds der Livebands lauschen und dem einen oder anderen Segelschiff einen genaueren Besuch abstatten. „Auch wenn die Hanse Sail für mich mittlerweile so etwas wie eine riesige Kirmes geworden ist, gehört doch gerade das zu Rostock einfach dazu“, meint Arne.

 

<p>Bevor es in die weite Welt geht, verbringt Magdalena noch eine schöne Zeit in ihrer Heimat auf der Hanse Sail.</p>

Bevor es in die weite Welt geht, verbringt Magdalena noch eine schöne Zeit in ihrer Heimat auf der Hanse Sail.

 

Erst auf die Sail, dann in die Welt

Magdalena Hilgrim hat ihr Abitur in der Tasche. Bevor sie, wie viele ihrer Mitschüler, eine Zeit lang ins Ausland geht und dort arbeitet, möchte sie aber erst noch einmal eine spaßige Zeit mit ihren Freunden haben. Und das geht am besten auf der Hanse Sail. „Bevor ich abreise, möchte ich es mir mit meinen Freunden noch einmal gut gehen lassen“, erzählt die 19-jährige Rostockerin. Ihre Planung für die maritimen Feiertage hat sie bereits im Kopf: „Da ich in der Freizeit selbst segle, sehe ich mir tagsüber interessiert die großen Schiffe an“, erzählt Magdalena. Am Abend schaut sie sich mit ihren besten Freunden   die Livekonzerte an. Auf den DJ Lost Frequencies, der dort auch auftritt, freue sie sich ganz besonders, verrät die 19-Jährige.

 

<p>Die Möglichkeit, auf einem der Schiffe mitzufahren, hat es der 28-jährigen Studentin Conny Voß angetan.</p>

Die Möglichkeit, auf einem der Schiffe mitzufahren, hat es der 28-jährigen Studentin Conny Voß angetan.

 

Conny will segeln auf hoher See

Einmal einen Segeltörn auf einem  Schiff miterleben – ein Traum, den sich Studentin Conny Voß auf der diesjährigen Hanse Sail erfüllen möchte. „Ich war im letzten Jahr zum ersten Mal auf der Sail und die Vielzahl der Segler hat mich beeindruckt“, sagt die 28-Jährige. Sollte der Wunsch vom Segeln in diesem Jahr  noch nicht in Erfüllung gehen, hat Conny aber schon einen Plan B parat: „Das restliche Programm  der Hanse Sail ist ja auch schön. Nur das fehlende Feuerwerk finde ich  schade.“

 

<p>Zum ersten Mal Hanse Sail: Finn und Steven Matzke (v. l.) freuen sich auf die vielen Segelschiffe.</p>

Zum ersten Mal Hanse Sail: Finn und Steven Matzke (v. l.) freuen sich auf die vielen Segelschiffe.

 

Steven und  Finn feiern maritime Premiere

 Die große Party Rostocks einmal miterleben, das ist das Ziel von Steven Matzke und Sohnemann Finn aus Hannover. „Wir wollen uns einfach mal die ganzen Schiffe ansehen, die aus aller Welt kommen“, sagt Steven. „Die Aufmachung dieser großen Party live zu erleben, muss einfach toll sein und ist unser Traum“, erzählt der 30-jährige IT-Techniker. So wie viele andere zieht die beiden Urlauber aber auch das Aufgebot der Livemusik an den Stadthafen. „Im Urlaub Ostseeluft zu schnuppern und nebenbei Livemusik zu hören, was will man  mehr?“ Vorher geht es für die beiden Hannoveraner aber noch an den Strand nach Warnemünde.

 

<p>Freut sich auf eine tolle  Hanse Sail-Party: Jeanna Weimann.</p>

Freut sich auf eine tolle  Hanse Sail-Party: Jeanna Weimann.

 

Jeanna ist zum zweiten Mal dabei

Leckere und kühle Cocktails. Was gibt es Besseres bei diesem Wetter? Das denkt sich auch die 18-jährige Jeanna Weimann und besucht aus diesem Grund die diesjährige Hanse Sail zum zweiten Mal. „Im letzten Jahr gab es dort einen tollen Stand mit riesigen Cocktails“, erzählt die zugezogene Rostockerin. „Gerade bei so einem traumhaften Wetter gibt es nichts Besseres.“ Neben kalten Getränken will Jeanna aber auch das machen, wofür die Hanse Sail bekannt ist: Das heißt, die zahlreichen Schiffe bestaunen und eine schöne Zeit mit ihren Freunden haben. „Die Hanse Sail ist  ein tolles Abenteuer für ein Wochenende mit coolen Leuten.“

 

<p>Lieber Party statt Schiffe schauen: Christa Raudis und Lotti Wilken (v. l.) gehen seit Jahren auf die Hanse Sail. Ihnen gefällt vor allem die Livemusik.</p>
ksei

Lieber Party statt Schiffe schauen: Christa Raudis und Lotti Wilken (v. l.) gehen seit Jahren auf die Hanse Sail. Ihnen gefällt vor allem die Livemusik.

 

Christa und Lotti lieben die Party am Hafen

Schiffe gucken. Das ist für Christa Raudis und Lotti Wilken nichts Neues mehr.  Die beiden taffen Rentnerinnen zieht es  aber nicht so sehr am Nachmittag, sondern eher   in den Abendstunden auf die Hanse Sail. „Wir sind zwar zur Eröffnung dabei, gehen aber lieber zum Abend  hin zur Hanse Sail“, erzählt Christa. Gemeinsam mit ihrer Freundin Lotti besucht sie schon seit Jahren die maritime Großveranstaltung. „Viel Musik, die Party und Remmidemmi, das ist eher unser Ding“, sagt die gut gelaunte 78-Jährige. Denn beide sind alleinstehend, gehen gerne unter Leute und lernen neue Menschen kennen. „Bei so vielen  Besuchern aus unterschiedlichen Städten geht das ganz einfach und man kommt sofort ins Gespräch“, ergänzt Freundin Lotti und gerät schon ins Schwärmen für die anstehende Sail-Party.

 

<p>Urlaub an der Ostsee: Jenny Pfitzmann und Freund Christopher Jung genießen das Wetter in Warnemünde, bevor es zur Sail geht.</p>

Urlaub an der Ostsee: Jenny Pfitzmann und Freund Christopher Jung genießen das Wetter in Warnemünde, bevor es zur Sail geht.

 

Jenny und Christopher freuen sich auf die Sail

Zahlreiche  Schiffe bestaunen, Livemusik und das eine oder andere kühle Getränk sind für  die Leipziger Jenny Pfitzmann und Christopher Jung Anlass,  ihren Urlaub an der Ostsee zu verbringen. „Ich war bereits einmal da und es war einfach nur toll“, erzählt der 22-Jährige. „Wenn man in Rostock ist, muss man dieses Spektakel einfach mitnehmen“, ergänzt Freundin Jenny.

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