BAUERN PESSIMISTISCH : Messe-Endspurt auf der Grünen Woche

Die Internationale Grüne Woche öffnet bis zum 24. Januar die Tore.
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Die Internationale Grüne Woche öffnet bis zum 24. Januar die Tore.

An diesem Wochenende endet die weltgrößte Agrarmesse in Berlin. Die Bauern nutzten die Gelegenheit, mit ihren Abnehmern über die niedrigen Preise zu diskutieren - mit wenig Erfolg.

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22. Januar 2016, 21:00 Uhr

Die weltgrößte Agrarmesse Grüne Woche kann die trübe Stimmung in der deutschen Landwirtschaft in diesem Jahr nicht aufhellen. „Wir sehen kein Licht am Horizont“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Freitag nach Gesprächen mit den Kunden der Landwirte, darunter Molkereien, Schlachthöfe und Mühlen auf der Messe. Keiner habe für das erste Halbjahr für Milch, Fleisch oder Getreide höhere Preise in Aussicht gestellt. Etwas Hoffnung macht den Bauern die Aussicht auf Exporte in den Iran. Zugleich warnt der Verband davor, den Handel innerhalb der EU zu erschweren.„Ich setze auf die Zukunft der EU“, sagte Rukwied. „Und das beinhaltet offene Grenzen innerhalb der Union.“ Außenhandelsvertreter hatten am Vortag vor gravierenden Folgen für die Wirtschaft bei möglichen dauerhaften Grenzkontrollen wegen der Flüchtlingskrise gewarnt.

Unterdessen rechnen sich die deutschen Bauern nach dem Ende der westlichen Sanktionen gegen Iran auch dort Exportmöglichkeiten aus.„Da sehen wir durchaus Absatzchancen, natürlich nicht für Schweinefleisch, aber für andere deutsche Agrarprodukte“, sagte Rukwied. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) will demnächst in das Land reisen.

Die Bauern stehen unter Druck, weil die Weltmarktpreise für Milch, Fleisch und Getreide eingebrochen sind. Ihr Verband führt das vor allem auf das Russland-Embargo zurück. Bis zur Jahresmitte werden sich die Einkommen innerhalb von zwei Jahren halbiert haben, fürchtet die Branche. „Mit diesen Preisen kann die Landwirtschaft nicht existieren“, sagte Rukwied. Das Höfestreben werde sich beschleunigen.

Vor Toresschluss der Grünen Woche an diesem Sonntag zogen die Bauern dennoch eine positive Messebilanz. Bis zum Donnerstag lagen die Besucherzahlen zwar drei bis vier Prozent unter den starken Zahlen vom Vorjahr. „Wir gehen aber davon aus, dass wir die 400 000er-Marke vielleicht noch übers Wochenende erreichen können“, sagte Rukwied.

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