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Grüne Woche Berlin : Bio, vegan und aus dem Automaten

vom
Aus der Onlineredaktion

Abgepackt und trotzdem frisch: Das Start up „Lunch Vegaz“ stellt sein Konzept auf der Grünen Woche vor. Produziert wird in MV

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Vegane Bio-Küche und Essen aus dem Automaten passen nicht zusammen? Die Unternehmer Daniel Heinrich und Govinda Thaler sagen: Doch! Mit ihrem Start up „Lunch Vegaz“ revolutionieren sie die Welt der Fertiggerichte. Sie versprechen gesunde, ausgewogene und vielfältige Produkte, die abgepackt überall zu haben sind. Das Motto des Teams: Nur selber schnippeln ist frischer.

Die „Lunch Vegaz“ Automaten sollen in öffentlichen Einrichtungen stehen. Wer sich ein Essen zieht, könne dies entweder mit nach Hause nehmen oder direkt vor Ort erwärmen. Dabei gäbe es drei Bezahlmöglichkeiten: Bar, mit Karte oder via Handy-App. Letztere würde laut Heinrich momentan noch optimiert, sodass der Verbraucher online den Überblick behält, welche Gerichte an welchem Automaten vorrätig sind. Sogar Vorbestellen soll möglich sein. Der Automat wärmt das Essen dann zu einer bestimmten Wunschzeit auf. Es muss nur noch abgeholt werden.

Sina Wagner, Ernährungberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in MV, hat den Eindruck, dass die Anzahl an Veganern zunimmt. Den einen Veganer gebe es allerdings nicht. „Vegan lebende Menschen nennen meist unterschiedliche Motive für ihre Lebensweise wie Tierschutz, Gesundheit oder religiöse Ansätze. Je nachdem welche Motive wichtig sind, kann das Konsumverhalten ganz unterschiedlich ausfallen“, erklärt sie und verdeutlicht: „So wird manchmal vom Puddingveganer gesprochen, der hauptsächlich extra vegan hergestellte süße Produkte wie Pudding oder Schokolade zu sich nimmt, aber zusätzlich zu Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukten und Eiern, auch weitestgehend auf Obst und Gemüse verzichtet.“

Wer sich vegan ernähren möchte, müsse laut Wagner nicht auf speziell hergestellte Vegan-Produkte wie Soja oder Seitan zurückgreifen. Eine abwechslungsreiche Auswahl an Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreide- und Vollkornprodukten, Nüssen, Samen sowie Pflanzenölen gehöre durchaus zu einer gesundheitsfördernden Lebensweise. „Jedoch ist eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen bei einer veganen Ernährung ohne Präparate oder angereicherte Lebensmittel kaum möglich.“ Gemeint ist unter anderem das Vitamin B12, das vor allem für die Bildung roter Blutkörperchen, die Funktion des Nervensystems und die Regeneration der Schleimhäute wichtig ist und fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Dennoch senke eine pflanzenbetonte Lebensform das Risiko an ernährungsmitbedingten Leiden wie Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes zu erkranken.

Heinrich und Thaler sehen einen Trend im Flexitarismus. Anhänger dieser Lebenweise ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, nehmen aber auch gelegentlich hochwertiges, biologisch produziertes Fleisch zu sich. Laut einer Umfrage der Universitäten Göttingen und Hohenheim seien bereits 11,6 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren Flexitarier. „Wenn sich jeder Mensch an die Vorgaben der DGE halten würde, maximal 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu konsumieren, wäre dies eine Win-Win-Situation“, sagt Sina Wagner. „Es ist gesünder für einen selbst. Aber auch für die Umwelt und Fairness in der Ressourcenverteilung wäre dies ein großer Schritt nach vorn.“

Das Team von „Lunch Vegaz“ will Verbrauchern eine gesunde Alternative zum üblichen Fast Food bieten. Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sind für die Produzenten tabu. Ein Großteil der Nahrungsbestandteile wird regional bezogen, vom Bauern um die Ecke. Gekocht wird im Familienverbund im vorpommerschen Rothenklempenow.

Derzeit bietet das Unternehmen acht Frischgerichte an, das Portfolio soll peu à peu auf 30 erweitert werden. Bei der Auswahl unternehmen die Entwickler eine kleine Reise um die Welt: Vom thailändischen Curry bis zum Tex-Mex-Chili – natürlich „sin Carne“ (ohne Fleisch). Inzwischen vertreiben Supermärkte in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen die rein pflanzlichen Lunch-Boxen. Auch auf den englischen Markt haben die Jung-Unternehmer ein Auge geworfen. Einkaufsläden hätten bereits Offenheit gegenüber der veganen Biokost bekundet.

Die Gerichte werden frisch zubereitet und noch warm abgefüllt. „Auf dem Höhepunkt des Kochens werden sie vakuumiert“, erklärt Daniel Heinrich. Auf diese Weise seien sie 25 Tage haltbar. Eine Kostprobe können Besucher der Grünen Woche in Berlin bekommen. Daniel Heinrich und Govinda Thaler sind ab heute und am Wochenende in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle unterwegs.

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