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„Fairmont Vier Jahreszeiten“ in Hamburg : Gebucht, bezahlt, umgebaut: Absage von König Salman überrascht Luxushotel

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Wände wurden versetzt, Säle umgestaltet – doch nun kommt König Salman nicht ins „Vier Jahreszeiten“. Was nun?

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 11:07 Uhr

Hamburg | Das Hamburger Luxushotel „Vier Jahreszeiten“ bereitet sich seit Tagen akribisch auf die Ankunft des saudischen Königs Salman und seiner Gefolgschaft vor. Das ganze Hotel mit 160 Zimmern an der Binnenalster hatte der König komplett für die Zeit vom 4. Juli bis zum 9. Juli gebucht und per Vorkasse bezahlt. Doch Salman kündigte am Montag überraschend an, nicht persönlich zum G20-Gipfel anzureisen. Der 81-Jährige werde wegen der aktuellen Entwicklungen in der Katar-Krise in seiner Heimat gebraucht, hieß es. Auch sein Sohn, Thronprinz Mohammed bin Salman, wird daheim im Königreich gebraucht. Als Ersatz für den 81-Jährigen soll nun der saudische Staatsminister Ibrahim al-Assaf als Vertretung in die Hansestadt reisen. Das bestätigte die saudische Botschaft in Berlin. Al-Assaf war bis Oktober 2016 Finanzminister.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben Katar ein Ultimatum gestellt. Sie fordern von dem Emirat unter anderem die Schließung seines Nachrichtensenders Al-Dschasira, die Loslösung vom Iran und die Schließung eines türkischen Militärstützpunktes. Das Ultimatum lief in der Nacht zum Montag aus, wurde aber nochmals um 48 Stunden verlängert.

Im Hamburger Hotel hatte man zuvor wochenlang die Wünsche des Königs umgesetzt. Schon im Vorfeld hatte der Reisestab des Königs im Hotel alle Suiten und Zimmer fotografiert, Fluchtwege inspiziert und bauliche Veränderungen geplant, sagte Hoteldirektor Ingo Peters vergangene Woche im Interview mit „Spiegel Online“. In der Royal Suite (265 Quadratmeter) des Königs wurde temporär Panzerglas vor die Fenster gesetzt und einige Wände versetzt. Die Festsäle im Haus wurden mit Sofas und anderen Möbeln zu Lounges und Wohnbereichen umgebaut. Dort sollte auch der Thron stehen, den Salman extra nach Hamburg mitbringen wollte. Unbestätigten Gerüchten nach wollte der Herrscher auch Kamele und Lämmer mitbringen – und seine eigenen Köche.

Die Kosten für das saudische Königshaus orientieren sich an den normalen Raten, die während des Gipfels am oberen Ende des gesetzten Preisgefüges rangieren. Es sei allerdings kein Fanatasiepreis gewesen, sagte Peters. Auch die Um- und Rückbauten bezahlt das Königshaus.

Jetzt, wo der König und sein innerer Zirkel nicht kommen, wird an den baulichen Veränderungen jedoch nicht mehr gerüttelt. Nach Informationen von shz.de ist das Haus voll ausgebucht, die ersten Delegierten trudelten langsam ein.

Auch ohne den König würde jedes Mitglied der Delegation allein die Royal Suite beziehen, sagt Peters im Spiegel-Interview. Service rund um die Uhr werde ohnehin erwartet. So herrscht absolute Urlaubssperre und die 60 Auszubildenden sind für die Tage an der Berufsschule freigestellt. Zusätzlich sind temporäre Kräfte eingestellt.

In der 120-jährigen Geschichte des Hauses gab es bereits einmal eine ähnliche bauliche Veränderung. Damals wurde für Sophia Loren aus einem Badezimmer eine Küche gemacht.

 
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