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Das sagt der Einzelhandel : Feierabend für den G20-Gipfel in Hamburg

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Urlaubstage sollen Firmenmitarbeiter vor dem Ausnahmezustand in der Hansestadt schützen. Geschäfte in den heißen Gipfelzonen entscheiden dabei selbst, ob sie öffnen oder schließen − shz.de hat sich umgehört.

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Hamburg | Über den bevorstehenden G20-Gipfel zerbrechen sich Hamburgs Unternehmen schon seit Monaten die Köpfe. Ob ein normaler Betriebsablauf trotz Straßensperren, Sicherheitskontrollen und zahlreichen Protestaktionen möglich sein wird, bleibt ungewiss. Deshalb schicken immer mehr Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nach Hause, wenn am 7. und 8. Juli das große Spektakel in der City droht.

Auf einen arbeitsfreien Tag mit vollem Lohnausgleich können sich die rund 7400 Mitarbeiter der Lufthansa Technik freuen. „Wir gehen davon aus, dass der G20-Gipfel den Verkehr rund um den Flughafen deutlich beeinträchtigen wird, und es unseren Mitarbeitern gegebenenfalls sehr erschwert wird, die Basis zu erreichen“, begründet Sprecher Jens Krüger die Vorkehrung seines Unternehmens für Freitag,  7. Juli. Nur eine Minimalbesetzung für Sicherheit und Gebäudetechnik sei geplant. „Betriebliche Einschränkung am Donnerstag, den 6. Juli, sind ebenfalls möglich, weshalb der Betrieb möglichst reduziert wird und sich Mitarbeiter frei nehmen können.“

Einen Tag Sonderurlaub gewährt auch der Verlag Gruner & Jahr, der zentral an der Hafenpromenade residiert, seinen Mitarbeitern. Weniger großzügig zeigt sich Beiersdorf in Eimsbüttel. Dort dürfen am Gipfel-Freitag rund 2500 Konzernbeschäftigte zwar zuhause bleiben, doch arbeiten müssen sie dennoch:  im Home Office. „Wir wollen flexibles Arbeiten für jeden erlebbar machen", sagt Personalvorstand Zhengrong Liu. Aber der gilt längst nicht für alle. Bei den etwa 700 Mitarbeitern in der Produktion soll der Schichtbetrieb ungetrübt weiterlaufen.  Nichts verschenken will offenbar auch die Handwerkskammer. Da ihre Verwaltung am Holstenwall, direkt in der heißen Zone nahe der Messe, liegt, wolle sie ihre Mitarbeiter schützen, erklärt Sprecherin Ute Kretschmann. Doch dafür sollten sich die Angestellten am Freitag einen Urlaubstag nehmen oder Überstunden abbauen. Das sei mit dem Personalrat  abgestimmt worden. An beiden Gipfeltagen bleibe  das Haus geschlossen.

Gelassener sieht der Handel in der City dem Gipfel entgegen. Nach Auskunft von Brigitte Engler, Sprecherin des City Management Hamburg, werden in der Innenstadt fast alle Geschäfte an beiden Tagen öffnen, allerdings reduziert von 10 bis 18 Uhr. Nur zwei Läden wollten ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadieren, sagt sie.  Karstadt werde bis 18.30 Uhr öffnen. Das Alsterhaus, das Hanse-Viertel und die Gänsemarkt-Passage planten, auch an den beiden heißen Gipfeltagen bis 20 Uhr ihre Läden zu öffnen.

Eine Ausnahme ist wohl das Levantehaus in der Mönckebergstraße. Das bleibt vom 6. bis 9. Juli  geschlossen, weil sich im angrenzenden Hotel Hyatt der russische Staatspräsident Wladimir Putin einquartieren will. Trotz aller Gelassenheit: Mit viel Kundschaft rechnet Engler  nicht. Der Handel in Hamburgs City erwarte einen Umsatzverlust in Höhe von 15 Millionen Euro. 

 

Alle Informationen und Berichte zum G20-Gipfel in Hamburg finden Sie gesammelt auf shz.de/g20.

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