Kaum Flüchtlinge an den Grenzen : Was machen Helfer, Polizei & Co.?

Seit Schließung der Grenzen auf der Balkanroute hat sich die Lage deutlich verändert

svz.de von
28. März 2016, 20:55 Uhr

Wegen des Zuwanderungsstroms im Spätsommer und Herbst wurden viele Notunterkünfte eingerichtet, Bundespolizisten und Helfer zu Tausenden mobilisiert. Seit Schließung der Grenzen auf der Balkanroute hat sich die Lage deutlich verändert.


Wie viele Flüchtlinge kommen pro Tag noch an den Grenzen an?
Derzeit reisen durchschnittlich rund 150 Flüchtlinge pro Tag über die deutsch-österreichische Grenze nach Deutschland ein. Die Zahl ist seit Mitte Februar stark rückläufig. Im Januar waren es noch rund 2 500 Flüchtlinge pro Tag, im Februar noch rund 1 500.


Wie hat sich die Arbeit der Bundespolizei vor Ort verändert?
Die Bundespolizisten waren in den vergangenen Monaten in erster Linie für die Registrierung der ankommenden Asylbewerber an den Grenzen zuständig. Durch die geringe Anzahl an Einreisenden können sie nun andere Aufgaben übernehmen. So setzt die Bundespolizei derzeit mehr Personal für Grenzkontrollen ein. Durch temporäre Kontrollen an Landstraßen und mit sogenannten Binnengrenzfahndungen will sie Schleusern das Handwerk legen.


Sind noch freiwillige Helfer an den Grenzen?
Die vielen freiwilligen Helfer, die die Flüchtlinge mit Essen und Kleidung versorgt haben, werden kaum noch gebraucht. Nur noch vereinzelt kommen kleinere Gruppen Asylsuchender an der deutsch-österreichischen Grenze an.


Stehen die  Notunterkünfte und Warteräume nun leer?
Viele Sport- und Mehrzweckhallen in den Gemeinden, die als Notunterkünfte genutzt wurden, können jetzt wieder an Vereine und Schulen übergeben werden. Der Regierungsbezirk Oberbayern etwa hat die Zahl der Notaufnahmeeinrichtungen von 20 bereits auf 4 reduzieren können.


Wie wirken sich die rückläufigen  Flüchtlingszahlen auf die Situation   in  den Gemeinden aus?
Die Unterbringung der Flüchtlinge stellt die Gemeinden nicht mehr vor so große Herausforderungen wie noch vor einigen Monaten. Aber: Viele Asylbewerber, deren Anträge genehmigt werden, beziehen Arbeitslosengeld II, bis sie Arbeit gefunden haben. Diese finanzielle Belastung müssen zum Teil die Kommunen stemmen.


Werden  die  liegengebliebenen Asylanträge nun  schneller bearbeitet?
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet damit, in diesem Jahr die Anträge von 500 000 neu ankommenden Flüchtlingen bearbeiten zu können – zusätzlich zu den rund 600 000 bis 700 000 Asylanträgen, die noch unbearbeitet sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert