Kommentar : Nicht abwarten

 

 

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29. August 2015, 08:00 Uhr

Um den Srom der Flüchtlinge wirklich zu stoppen, müssten Kriege beendet, Stammesfehden beigelegt und Demokratie sowie Marktwirtschaften geschaffen werden, wo heute noch Diktatoren und Despoten herrschen. Diesen schönen Traum zum Ziel der Außenpolitik zu erheben, ist ebenso gut wie richtig, aber eine Illusion. Doch dieses Argument darf nicht dazu führen, dass Europa vor schneller Hilfe drückt. Denn auch eine solche Soforthilfe könnte verhindern, dass Verfolgte ihr Heil in einer Flucht suchen, die nicht im Paradies, sondern in einer neuen Isolation endet, wenn auch auf europäischem Boden. Die internationale Gemeinschaft versucht, den Betroffenen wenigstens sichere Lager anzubieten, sie zu versorgen. Aber das reicht nicht. Kinder brauchen Bildung, Männer wollen Jobs, Frauen müssen vor Übergriffen und Gewalt geschützt werden. Damit muss man nicht warten, bis sich die Welt verändert hat. Auf ein solches Aktionsprogramm könnte man sich schnell verständigen – zumal Mittel dafür verfügbar sind. Dies ersetzt nicht eine gründliche und vor allem solidarische Reform des europäischen Asylwesens. Es muss sie ergänzen.

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