Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig : Flüchtlinge verjüngen das Land

Junge Menschen für Deutschland: Eine Familie aus Syrien wartet auf dem Hauptbahnhof in München.
Junge Menschen für Deutschland: Eine Familie aus Syrien wartet auf dem Hauptbahnhof in München.

Schwesig: Ein Drittel unter 18 Jahre / Gesamter Ostseeraum als neue Heimat / „Stimmen des Nordens“ gegen Fremdenfeindlichkeit

svz.de von
02. September 2015, 08:00 Uhr

Flüchtlinge können nach Überzeugung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) Deutschland helfen, den demografischen Wandel erfolgreich zu bewältigen. Ein Drittel aller Flüchtlinge sei unter 18 Jahren, sagte Schwesig am Dienstag bei der Konferenz der Ostseeparlamentarier in Rostock. Sie zitierte einen Kommunalpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern, der angesichts von Abwanderungen aus dem ländlichen Raum und Fachkräftebedarf seine Freude darüber geäußert hatte, dass junge Menschen nach Deutschland kommen. „Ich finde, das ist nicht nur eine humane Haltung, es ist auch eine weitsichtige und strategische“, sagte Schwesig und rief zu einem mutigeren und offenerem Umgang mit Flüchtlingen auf. Der gesamte Ostseeraum könne eine neue Heimat für einen Teil der Flüchtlinge sein. Europa müsse gemeinsam handeln. Die Verantwortung für Flüchtlinge müsse gerechter verteilt werden. Zuwanderung zu nutzen und mehr Integration zu wagen seien gute Antworten auf die anstehenden Fragen.

Ähnlich äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Die große Zuwanderung von Flüchtlingen kann Deutschland aus seiner Sicht helfen, den absehbaren Fachkräftemangel zu schließen. Voraussetzung sei aber ein Einwanderungsgesetz, das mutig definiere, was der Wirtschaftsstandort in den nächsten zehn Jahren brauche. Flüchtlingen, die ihre Ausbildung erfolgreich beenden, müsse der Aufenthalt in Deutschland auch darüber hinaus ermöglicht werden.

Unterdessen rufen Prominente des Nordens wie Jörg Pilawa, Erwin Sellering, Lilo Wanders und Gunter Gabriel gegen Fremdenfeindlichkeit auf. Zahlreiche Musiker, Schauspieler, Moderatoren, Künstler und Politiker unterstützen die Aktion „Stimmen des Nordens“. Auf der Internetseite www.stimmen-des-nordens. de, die gestern an den Start ging, können in Videobotschaften Statements für Weltoffenheit und gegen Rechtsextremismus abgegeben werden. Initiator ist der 20 Jahre alte Hamburger Schauspielschüler Max-Fabian Wolff-Jürgens. Jeder kann ab sofort sein Statement per Video-Selfie abgeben.

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