Wirkstoffe gegen Alzheimer-Demenz gefunden : Gegen Vergessen ist ein Kraut gewachsen

 <strong>Prof. Jans Pahnke</strong> forschte jahrelang in Rostock. <foto>Uni Magdeburg</foto>
Prof. Jans Pahnke forschte jahrelang in Rostock. Uni Magdeburg

Mit dem Alter kommt das Vergessen. Jeder dritte 80-Jährige ist von Demenz betroffen. Die häufigste Form ist Alzheimer. Prof. Jens Pahnke hat jedoch ein Wirkstoffe gegen die Krankheit gefunden - Tee.

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19. Juni 2013, 10:24 Uhr

Mit dem Alter kommt das Vergessen. Jeder dritte 80-Jährige ist von Demenz betroffen. Die häufigste Form, Alzheimer, entsteht durch Ablagerung von Plaques im Kopf, wodurch Nervenzellen absterben. Diese Plaques sind giftige Stoffwechselprodukte des Gehirns, deren Bestandteile durch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke in den Körper transportiert und dort abgebaut werden sollten. Prof. Jens Pahnke forschte bis Ende 2011 erfolgreich an der Uni Rostock daran, wie der Abtransport auch in höherem Alter aufrechterhalten werden kann.

"Die Krankheit beginnt schon 20 Jahre, bevor wir Anzeichen bemerken. So lange kann das Gehirn die Ausfälle der Nervenzellen noch gut kompensieren", sagt der Arzt und Molekularbiologe, der heute an der Uni Magdeburg arbeitet. "Zum Arzt gehen die Patienten meist erst, wenn die Defizite nicht mehr zu ignorieren sind."

Es gibt Faktoren, die Demenz befördern: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen. Aber es gibt Möglichkeiten vorzubeugen. "Gute Durchblutung senkt das Risiko", so Pahnke. "Dazu kann gesunde Ernährung beitragen. Aber auch wer sein Gehirn lange aktiv nutzt, tut etwas gegen Demenz."

Das Lösen von Rätseln oder Sudokus im Alter allein nütze jedoch wenig. Wichtig seien Abwechslung im Trainieren von Merkfähigkeit, konstruktivem Handeln und Bewegung. "Gesellschaftlicher Umgang hilft, denn dabei muss man flexibel bleiben - das trainiert das Gehirn."

Pahnke versucht, Wirkstoffe gegen die Krankheit zu finden. "Wir können versuchen, die Erkrankung so früh wie möglich zu diagnostizieren, und dann das geistige Niveau zu halten, auf dem die Patienten sind. Das würde schon großes Leid lindern und viele Probleme lösen."

Es gibt mehrere Ansätze, Medikamente zu entwickeln. Ein seit den 60er-Jahren gegen Übelkeit eingesetzter Wirkstoff aktiviert den Plaque-Abtransport. In der Schweiz und in Österreich wurden schon Patienten erfolgreich damit behandelt. Ebenso kann die Natur helfen - auch bei der Vorbeugung. Tee aus Griechischem Eisenkraut wirkt erstaunlich, hat Pahnke herausgefunden. "Der heilende Effekt ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber es gibt Fälle, in denen Demenzkranke sich wieder fast normalisierten. Bei mehr als der Hälfte bleibt das Level immerhin über lange Zeit konstant. Nur bei einigen, vor allem sehr weit fortgeschrittenen Fällen nützt es gar nicht." Der pflanzliche Wirkstoff soll Ende 2013 als Tablette zur Verfügung stehen. Bis dahin bekommt man das Kraut in Teeläden.

Auch ein spezieller Extrakt aus dem Johanniskraut kann zusammen mit dem Griechischen Eisenkraut zur Behandlung genutzt werden. Intensive Forschungen dazu laufen. Für Studien können sich Freiwillige unter 0391-61 17 111 melden.


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