Schullandschaft : Kennen Sie diese Lehrertypen?

Der Autor und ehemalige Schulleiter Ulrich Knoll
Der Autor und ehemalige Schulleiter Ulrich Knoll

Vom gut gelaunten Sportlehrer zur wirren Kunstlehrerin: Der ehemalige Schulleiter Ulrich Knoll karikiert in seinem Buch 33 Lehrertypen

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28. August 2015, 12:00 Uhr

Gute Lehrer, schlechte Lehrer: Wohl jeder Schüler hat schon mit beiden Sorten Bekanntschaft gemacht. Der frühere Schulleiter Ulrich Knoll (65) aus Erlangen in Bayern hat nun ein vergnügliches und nicht ganz ernst gemeintes Buch geschrieben über „33 Lehrer, mit denen Ihr Kind rechnen muss“. Er karikiert darin den oberflächlichen Sportlehrer, den trinkfesten Erdkunde-Pauker und die wirre Kunstpädagogin. Solche Typen gebe es an jeder Schule.

Neben einer Beschreibung samt der besten Sprüche des jeweiligen Lehrertypus gibt er Tipps. Eine Auswahl:

Charming Benny (Mathe und Sport)
ist fit, gut gelaunt und oberflächlich. Der Strahlemann ist der Freund der Schüler, bereitet sich auf den Mathe-Unterricht wenig bis gar nicht vor und wollte vor allem Halbtagsjobber werden. Lernen können die Schüler bei ihm nichts. Ein typischer Spruch: „Die Kurve y=f(x) weiß im Augenblick nicht so recht, was sie machen soll. Ich auch nicht.“ Gesamturteil: mangelhaft.

Aggro-Anne (Bio und Chemie)
ist rechthaberisch, grimmig und aggressiv. Für sie ist Pädagogik ein Fremdwort, es geht ihr um reine Wissensvermittlung. Den Schülern bereitet sie schlaflose Nächte, Eltern sollten am besten nur mit einem Anwalt in ihre Sprechstunde gehen. Ein typischer Spruch: „Und merk dir endlich eins: Du hast zu schweigen, wenn du mit mir redest!“ Gesamturteil: unter aller Kanone.

Leichtfuß-David (Mathe und Physik)
ist clever, charmant und faul. Er wäre der geeignete Lehrer für ein Fach namens Lebenskunst. Um die Arbeit drückt er sich stets gekonnt. Attraktive Schülermütter können sich bei ihm verbale Streicheleinheiten abholen und vortrefflich mit ihm parlieren. Ein typischer Spruch: „Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich sagen wollte... na, es ist auch egal, sag ich eben was anderes.“ Gesamturteil: so lala.

Umtrunk-Walter (Wirtschaft und Erdkunde)
ist trinkfest, rustikal und human. Er ist ein Unikum unter den Lehrern, weil er „kein angepasster Idiot“ ist, sondern als „Urgestein ein Held im lahmarschigen und weichgespülten Schulalltag“. Auf Schularbeiten kritzelt er kryptische Anmerkungen wie „g.g. M.“, was für „ganz großer Mist“ steht. Ein typischer Spruch: „Süden ist da, wo der Daumen links ist.“ Die Schulleitung steckt mit ihm unter einer Decke und so lautet das Gesamturteil: trotz gewisser Macken lobenswert.

Der klassische Theo (Deutsch und Geschichte)
ist eigenwillig, gebildet und niveauvoll. Er trägt stets eins von fünf karierten Hemden, eine Cordhose und zuweilen auch in der Schule einen Strohhut. Dummdreiste oder vulgäre Schüler werden von ihm ignoriert und so gebändigt. Ein typischer Spruch: „Ich glaub dir ja, dass dich deine Freundin mehr interessiert als der Investiturstreit, aber du könntest anstandshalber wenigstens etwas Interesse heucheln.“ Gesamturteil: ein herausragender Monolith.

Mad Doll (Englisch und Französisch)
ist leistungsorientiert, hochnäsig und bissig. Sie unterrichtet wie manch rustikaler Haudegen: autoritär, streng, frontal und schnörkellos. Die Schüler sind bei ihr notgedrungen lammfromm und kämpfen sich durch den Unterricht im Hochgeschwindigkeitstempo. Ein typischer Spruch: „Heute habe ich wieder mal zwei Müttern aus der Unterstufe die Grenzen aufgezeigt!“ Gesamturteil: ungenießbare Unsympathin.

Big Pete (Deutsch und Geschichte)
ist erfahren, mitreißend und unterhaltsam. Der Quereinsteiger ist erst spät Lehrer geworden und seine Stundeneinstiege sind legendär: Da reißt er schon mal den Vorhang vom Fenster und wirft ihn sich als Umhang um den Leib. Mit Lorbeerkranz auf dem Kopf ruft er: „Heute schauen wir mal bei Caesar vorbei.“ Er ist sich keines Gags zu schade und reißt sogar die obercoolen Schüler mit. Ein typischer Spruch: „Wenn du weiterhin wie eine Robbe auf dem Tisch liegst und im Text rumlümmelst, mache ich aus dir eine galoppierende Weinbergschnecke!“ Gesamturteil: übertrifft die Anforderungen haushoch.

Die Frühstücks-Künstlerin (Englisch und Kunst)
ist vielseitig, herzlich und omnipräsent. Die Schule ist ihr Leben, und sie schaut nie auf die Uhr, wenn sie bei den Schülern ist. Morgens besorgt sie Gebäck und frisches Obst für die Kinder, die zu Hause kein Frühstück bekommen. Ihren Englisch-Unterricht peppt sie mit Videoclips auf, in Kunst gibt es stressfreies Arbeiten mit konstruktiver Kritik. In den Pausen ist die Realschullehrerin ständig von einer Traube von Schülern umringt. Ein typischer Spruch: „Schon vor der Renaissance kam man zu der Erkenntnis, dass die Kugel doch keine Scheibe war.“ Gesamturteil: große Klasse.

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