Lübz : Zwölf Monate für wichtige Entscheidung

Sternberger absolviert Freiwilliges Soziales Jahr

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19. März 2018, 21:00 Uhr

Martin Kadow ist 19 Jahre alt und absolviert seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr am Lübzer Eldenburg-Gymnasium. Hier ist er Bindeglied zwischen Lehrern und Schülern und verantwortlich dafür, dass Anträge rechtzeitig formuliert, Projekte vorbereitet werden, Ausflüge aufsichtstechnisch abgesichert sind… Nicht ganz allein. „Ich habe noch einen Halbtagskollegen, der eine geteilte FSJ-Stelle Schule/LSV hat“, erzählt Martin. Als er selbst noch Schüler war, das Abi noch nicht in der Tasche hatte, spielte er mit dem Gedanken, Lehrer zu werden. „Nur war ich mir nicht sicher, ob das auch das Richtige für mich ist. Im FSJ sah ich eine gute Möglichkeit, mir darüber klar zu werden“, sagt Martin. Immerhin, Schule kannte er bis dahin nur aus der Schülerperspektive. Im FSJ sieht er ein „Reifejahr, das ihm die Chance bietet, Lebenserfahrung zu sammeln und sich weiterzuentwickeln“. Der 19-Jährige sagt es mit einer Überzeugung, die vielleicht schon den ersten kleinen Unterschied ausmacht. Immerhin, die Hälfte seines FSJ ist rum und er möchte immer noch Lehrer werden. Die Uni Rostock schwebt ihm vor. Mathe auf jeden Fall. Und wahrscheinlich Biologie oder Chemie.

Doch bis dahin hat Martin Kadow am EGL seine Aufgaben im laufenden Schulbetrieb zu erledigen. „Dazu gehört viel Alltägliches und auch eine Menge Papierkram“, sagt der junge Mann. Die Bibliothek zu verwalten gehört dazu, die Abrechnung des Sponsorenlaufes, die Schulsprecherwahl, demnächst der Berufsorientierungstag… „Und wenn ich mal nichts zu tun habe, hospitiere ich gern auch in den Klassen“, erzählt Martin. Die Schulbank drückt er weniger des Unterrichtsstoffes wegen. „Es ist vor allem die Pädagogik, die mich interessiert. Ich möchte sehen, wie die Lehrer es schaffen, ihre Schüler für Lerninhalte zu interessieren.“

Und Martin möchte es auch gleich anwenden. Als Jahresprojekt hat sich der FSJler das Schulfest ausgesucht, das am 7. Juni (nach wahrscheinlich verkürztem Unterricht) stattfinden soll. Ein Fest für Schüler, Lehrer, Eltern, Geschwister. Das Programm wird derzeit erarbeitet. Die Schülervertretung hatte es ohnehin geplant und Martin Kadow hat sich eingeklinkt. „Das Fest wird eine ganz reguläre Schulveranstaltung sein und damit für die Schüler Muss“, sagt der FSJler. Wie „Muss“ mitunter auf Schüler wirkt, ist ihm klar. „Wir möchten natürlich, dass die Schüler gern kommen und möglichst auch alle. Und das wollen wir damit erreichen, dass es ihre Veranstaltung wird.“ In den Klassen war eine Umfrage gemacht worden, bei der die Mädchen und Jungen ihre Vorschläge und Ideen für das Fest mit einbringen können. „Wir wollen das Fest zu ihrem machen, es soll Spaß bringen und darum ist es uns wichtig, das Interesse der Schüler zu wecken“, so Martin Kadow.

FSJer sein bedeutet ein Reifejahr zu absolvieren, wie Martin schon sagte. Es bedeutet aber auch eine Gratwanderung zwischen Kumpel und Aufsichtsperson. Martin weiß das. Auch deshalb störte es den Sternberger nicht, dass er sein FSJ nicht an seiner früheren Schule absolvieren konnte. Die Sternberger Gesamtschule, wo er sein Abi gemacht hat, bietet so etwas gar nicht an. „Aber das macht nichts. Lübz ist für mich einigermaßen gut erreichbar, vor allem aber bin ich hier jemand, der von außen kommt, vielleicht die nötige Distanz und den Draufblick auf das Eigenleben der Schule hat.“ Dass es das gibt, weiß er aus Sternberg. „Als ich mein FSJ begonnen habe, ging für mich hier am EGL alles auf Anfang. Und das empfand ich durchaus als Vorteil.“

Klar definieren lässt sich die Arbeit des FSJlers nicht. Doch Martin schlägt sich offensichtlich ordentlich. Fast jede Pause sitzen Schüler bei ihm im Büro, suchen das Gespräch, seinen Rat oder seine Hilfe bei Hausaufgaben. Auch das Reflektionsgespräch mit dem Träger des FSJ lief gut. „Herr Vorhauer, Lehrer hier am EGL und verantwortlicher Betreuer für das FSJ gab mir sehr gutes Feedback“, freut sich der 19-Jährige.

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