Zweiter Anlauf in acht Jahren

Bereits 1978 trat Ingrid Schafranski der CDU bei, wurde 1980 in Groß Molzahn im Alter von 22 Jahren eine der jüngsten Bürgermeisterinnen und war 1994 bis 2002 hauptamtliche Gadebuscher Bürgermeisterin.  Michael Schmidt
Bereits 1978 trat Ingrid Schafranski der CDU bei, wurde 1980 in Groß Molzahn im Alter von 22 Jahren eine der jüngsten Bürgermeisterinnen und war 1994 bis 2002 hauptamtliche Gadebuscher Bürgermeisterin. Michael Schmidt

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22. November 2010, 01:12 Uhr

Gadebusch | Exakt 4375 Gadebuscher sind Ende November zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Vier Kandidaten bewerben sich um den ehrenamtlichen Posten, darunter auch eine Frau, die schon einmal und erstmals in der Geschichte Gadebuschs im Rathaus das Sagen hatte: Ingrid Schafranski. Als Kandidatin der CDU tritt die 52-jährige Gadebuscherin an. Sie möchte nach ihrer ersten Amtszeit von 1994 bis 2002 erneut Bürgermeisterin werden - auch auf die Gefahr hin, mit einem Déjà-vu-Erlebnis konfrontiert zu werden. Grund: Vor acht Jahren verlor sie überraschend die Wahl gegen Ulrich Howest (SPD), der in diesem Jahr ebenfalls als Kandidat antritt. Dass Schafranski dennoch Bürgermeisterin werden will, begründet die Diplom-Verwaltungswirtin (FH) u. a. mit diesen Worten: "Ich möchte, dass sich die poli tische Kultur des Umgangs ändert und sich wieder an der Sache orientiert wird - im Interesse der Stadt". Mit den Bürgerinnen und Bürgern wolle sie eine Politik des besseren Miteinanders verwirklichen.

Erfahrungen in der kommunalpoli tischen Arbeit kann Schafranski seit 1980 aufweisen. Sie wurde damals mit 22 Jahren in Groß Molzahn eine der jüngsten Bürgermeisterinnen im Altkreis Gadebusch. "Seitdem bin ich in der Kommunalpolitik, in der es Höhen und Tiefen gab." Zu den Höhen zählt sie das so genannte Freischwimmen und Behaupten als junge Bürgermeisterin sowie die Arbeit am Runden Tisch in Gadebusch. "Dass ich 1990 als CDU-Mitglied von der SPD als stellvertretende Gadebuscher Bürgermeisterin vorgeschlagen wurde, war für mich auch eine Anerkennung meiner Arbeit", sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder.

Die verlorene Wiederwahl 2002 zur Gadebuscher Bürgermeisterin sei zweifellos der Tiefpunkt gewesen. "Das war niederschmetternd. Es hat einige Monate gedauert, um das zu verkraften. Aber damals wie heute bin ich der positiv denkende Mensch. Vertrauen in die Zukunft ist mir genauso wichtig wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit", verdeutlicht Ingrid Schafranski. Kraft und Rückhalt finde sie in ihrer Familie und in ihrem Freundeskreis.

Beruflich ist Ingrid Schafranski seit 2002 Geschäftsführerin der CDU Nordwestmecklenburg. Darüber hinaus stellt sie sich zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben. Sie ist Kreisvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, Kirchgemeinderatsmitglied in Gadebusch, Präsidentin des Bläserverbandes MV und stellvertretende Amtsvorsteherin. Zudem gehört sie seit 1994 dem Kreistag Nordwestmecklenburg an, ist dort stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Familie und Gesundheit und Mitglied des Kreis-Behindertenbeirates.

Den Weg zurück ins Rathaus schaffte Ingrid Schafranski 2005 als Gadebuscher Stadtvertreterin. Im Falle eines Wahlerfolges will sie so schnell wie möglich, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt wieder herstellen. Ziel sei, Einsparpotentiale zu finden, um den Eigenanteil für mögliche Vorhaben im Rahmen der Stadtentwicklung aufbringen zu können. Kritik, dass in ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin die Finanzkraft der Stadt sank, lässt sie nicht gelten. "Dieser Vorwurf ist schon länger unterschwellig behauptet worden. Ich hoffe aber, dass jeder die entstandenen Strukturen sieht: die sanierte Arche-Noah-Kita, die sanierte Schule in der Heinrich-Heine-Straße, ein neu entstandenes Feuerwehrgerätehaus, um nur drei Beispiele zu nennen."

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