Zwei Jungs als Retter in der Not

Auf dem weitläufigen Areal der Behringers in Warin-Graupenmühle fand das Meerschweinmädchen ein kleines Paradies vor. Kerstin Erz
Auf dem weitläufigen Areal der Behringers in Warin-Graupenmühle fand das Meerschweinmädchen ein kleines Paradies vor. Kerstin Erz

Zwei kleine Jungs haben in Warin-Graupenmühle ein Meerschweinchen aus dem Radebach gerettet. Sie bemerkten das offenbar ausgesetzte Haustier in einer im Wasser schwimmenden Plastetüte.

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08. Januar 2009, 07:59 Uhr

Warin | Es war Freitag, einen Tag nach Neujahr. Vater Hubert Behringer schickte die tobenden Jungs, seinen siebenjährigen Sohn Maximilian und dessen achtjährigen Freund Corvin Zentner raus nach draußen.

Hier auf dem weitläufigen Gelände in Graupenmühle haben die Jungen jede Menge Platz zum Spielen. Die Zwei, warm angezogen und mit Gummistiefeln "bewaffnet" sowie den beiden weißen Yorkshirebabys im Schlepptau, zogen in Richtung Radebach, der sich am Rande des Gehöftes entlang schlängelt.

Eine ganze Weile spielten sie am Wasser, als plötzlich eine Plastiktüte daher geschwommen kam. "Irgendwie zappelt die so", bemerkte Maximilian. Und Corvin beschloss: "Die holen wir uns raus!"

Die Hunde waren schneller als die Jungen und kletterten zunächst im Bach von Stein zu Stein, rutschten dann aber ab und fielen kopfüber ins Wasser. Während die beiden Tiere sich pudelnass doch wieder ins Trockene verzogen, stiegen Max und Corvin ins kalte Nass und merkten dabei gar nicht, wie ihnen das Wasser in die Stiefel lief, als sie auf die vorwärts treibende Tüte zu stakten.

Wieder am Ufer wollten die Jungen es natürlich wissen: Was ist da drin? "Fische", mutmaßte Corvin. "Eine Babykatze", tippte Maximilian. Sie öffneten die Tüte und entdeckten zunächst ein kleines Häuschen, gebaut aus einer Zigarrenkiste.

Wofür ist denn das?, fragten sie sich. Aber dann entdeckten sie eine zweite, eine zu geknotete, zappelnde Tüte.

Kaum hatte Max sie auf, da fiel auch schon etwas auf den Boden. Die Kinder staunten nicht schlecht: ein kleines, braunes, quatschnasses und zitterndes Meerschweinchen lag auf der Erde.

Als Vater Hubert Behringer "seine" Jungs und die Hunde wieder reinkommen sah, war er erst einmal sauer. "Die Jungs kamen total eingesaut nach Hause. Ich wollte schon schimpfen, als mich ihre Ausrede doch stutzig machte. Ich ging mit hinaus, wo mir die Zwei ihren Fund zeigten", erzählte er. Wer machte denn so etwas? , fragte er sich dann. Hat mal wieder einer ein lebendiges "Spielzeug" zu Weihnachten bekommen und nicht gewollt entsorgt... ?

An der Radebachbrücke am Graupenmühler Weg fand man dann noch eine Futterkiste. Dieser Fund ließ die Behringers vermuten, dass das Meerschweinchen dort an der Brücke auch reingeworfen wurde.

Das kleine Meerschweinmädchen hatte ja noch Glück im Unglück. Max und Corvin brachten es zu seinen Artgenossen, denn die Behringers haben bereits drei Meerschweinchen und ein Kaninchen, die auf einer gut 50 Quadratmeter großen Insel laufen.

Das kleine Mädchen kam dort ins reinste Paradies: Verschiedene Hütten mit Heu und Stroh, ein Gehege mit Tannenzweigen - alles toll zum Verstecken - und Futter gab es auch genug. Weiter abseits, hinter der Insel, tummelten sich noch Enten und Gänse, Ziegen, ein Shettlandpony und eine Pferdedame auf dem großen Graupenmühler Areal. Hier in dieser Freiheit wird das Meerschweinmädchen seine unfreiwillige Radebachreise sicher ganz schnell vergessen.

Meerschwein

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