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Neuhaus: Die Nacht fand um 3.39 Uhr ein unsanftes Ende : Zwei Großbrände in einer Nacht

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Die Morgenstunden des vergangenen Freitag, 15. Juli, werden die Feuerwehrleute aus der Gemeinde Amt Neuhaus nicht so schnell vergessen. Sie wurden nämlich von einer extremen Lage unmittelbar in die nächste geschubst.

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erstellt am 18.Jul.2011 | 07:34 Uhr

Neuhaus | Die Morgenstunden des vergangenen Freitag, 15. Juli, werden die Feuerwehrleute aus der Gemeinde Amt Neuhaus nicht so schnell vergessen. Sie wurden nämlich von einer extremen Lage unmittelbar in die nächste geschubst. Die Nacht fand um 3.39 Uhr für den 3.Zug, bestehend aus Feuerwehr Neuhaus, Haar, Stapel, Dellien sowie zusätzlich die Feuerwehr Sumte ein unsanftes Ende. Die Sirenen beziehungsweise Funkmelder weckten die ehrenamtlichen Helfer. Das Einsatzstichwort ließ nichts Gutes deuten, es lautete: "Brennt Tischlerei in der Delliener Straße in Neuhaus."

An der Einsatzstelle angekommen, war höchste Eile geboten, schließlich ist die Brandlast bei einer Tischlerei enorm. Die Flammen zündeten beim Eintreffen der Feuerwehr jedoch bereits so richtig durch und schlugen schon aus dem Dach der Tischlerei sowie der Lagerhalle. Zügig wurde sich mit schweren Atemschutz ausgerüstet und mit dem Wasser von den Tanklöschfahrzeugen zum Erstangriff vorgegangen. Gleichzeitig stellte man die Wasserversorgung sicher und zwar mittels naheliegendem Bohrbrunnen sowie offenem Gewässer. Zur weiteren Unterstützung wurden um 4.10 Uhr die Feuerwehren Neu Garge / Stiepelse sowie Niendorf alarmiert.

Die Schwerpunkte für die Einsatzkräfte lauteten Absicherung eines weiteren Anbau der Tischlerei, Öffnung des Flachdaches per Motorsäge um an die Brandherde zu gelangen sowie Abriegelung des anliegende Wohnhauses um ein Übergreifen der Flammen verhindert wird.

Ein Kamerad zog sich eine Schnittwunde an der Hand zu und musste von dem in Bereitstellung auf der Einsatzstelle befindenden Rettungswagen in das Krankenhaus nach Hagenow gebracht werden. Insgesamt haben 87 Feuerwehrleute gegen die Flammen gekämpft. Es waren 12 Atemschutztrupps im Einsatz. Es wurden 7 C-Rohre, 2 B-Rohre, eine Kettensäge, zwei Einreißharken, zwei Äxte sowie drei Leitern eingesetzt.

Als man die Lage bei dem Brand der Tischlerei grade ansatzweise unter Kontrolle hatte, musste gegen 4.53 Uhr plötzlich vernommen werden, dass es ganz in der Nähe und zwar am alten Penny in Neuhaus zu einer enormen Rauchentwicklung kommt. Zügig nahmen der stellvertretende Kreisbrandmeister Henning Banse sowie Gemeindebrandmeister Dirk Baumann die Erkundung vor. Was sie erblickten, ließ sie zu der Entscheidung kommen für den Erstangriff nötige oder besser verfügbare Kräfte von der Einsatzstelle Tischlerei anzufordern sowie die restlichen Feuerwehren aus dem Amt Neuhaus nachzualarmieren.

Das betreffende Gebäude, ein vor ein paar Monaten erst fertiggestellte Einkaufszentrum im alten Penny, stand nun ebenfalls in Flammen. Von dem im hinteren, versteckten Bereich des Gebäudes befindenden Anbau beziehungsweise dem Ladebereich aus suchten sich die Flammen in rasanter Geschwindigkeit im Dachstuhl ihren Weg.

Die nach und nach anrückenden Feuerwehren nahmen zügig die Löscharbeiten vor. So wurde der Brandherd im Ladebereich abgelöscht. Die Geschäfte wurden gesichert und teilweise beräumt. Weiter musste man den First öffnen. Hierzu rückte die Drehleiter der Feuerwehr Bleckede aus. Insgesamt waren bei dem Brand am alten Penny 112 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Wasserversorgung stellte man über Bohrbrunnen und Stadtwasser sicher. Eingesetzt wurden 9 C-Strahlrohre, 12 Atemschutztrupps, 8 Leitern und ein Einreißharken.

Gegen 9.30 Uhr waren beide Schadenslagen abgearbeitet. Der Gerätewagen Logistik der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck rückte weiter an, um die eingesetzten Atemschutzsachen sowie die Massen an Schlauchmaterial auszutauschen und so wieder die Einsatzbereitschaft herzustellen. Gegen 12 Uhr waren alle Nacharbeiten erledigt und die Feuerwehren konnten ihre Nachtruhe nachholen. Da bei diesen Einsätzen Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann, rückte die Polizei und Kripo zur Ermittlung an.

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