Zweckverband ruft zu Sachlichkeit auf

Warb für Argumente: ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange im UFAT-Konferenzraum.Benjamin Piel
Warb für Argumente: ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange im UFAT-Konferenzraum.Benjamin Piel

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30. April 2011, 01:57 Uhr

Ludwigslust | Zu mehr Rationalität in der Entscheidung um die Abwasserentsorgung in der Gemeinde Wöbbelin rief am Donnerstagabend ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange auf. "Man kann für oder gegen die zentrale Entsorgung sein, aber es muss bei der Wahrheit bleiben", so Lange. Um Nüchternheit war der ZkWAL-Chef dann auch in seinem Vortrag bemüht. Er erläuterte die Streitpunkte und erklärte, wie es überhaupt zu dem Streit gekommen sei. Lange schilderte außerdem die Planung für die kommenden Bauabschnitte.

Mit betont ruhiger Stimme legte Lange seine Argumente dar. Und seine Unaufgeregtheit blieb nicht ohne Erfolg: Die Stimmung im Konferenzsaal blieb den gesamten Abend über erstaunlich gelassen. Jedenfalls für Wöbbeliner Verhältnisse und gemessen an der Hitzigkeit vergangener Diskussionen. Hin und wieder waren zwar Fragen wie "Was soll das Kasperletheater?" aus dem Publikum zu vernehmen. Das waren aber auch schon die gravierendsten Unmutsbekundungen aus dem voll besetzten Saal.

Anlass für den Info-Abend war ein Brief der Gemeinde an alle Haushalte. Inhalt: eine Kosten-Gegenüberstellung der zentralen und der dezentralen Lösung. Nach dieser Rechnung kostet die dezentrale Variante rund 1,5 Millionen, die zentrale 2,8 Millionen Euro. Doch laut Lange enthält die Rechnung eklatante Fehler. Denn auf Seiten der Gemeinde seien erhebliche Kostenposten schlicht weggelassen worden. Die Gegenrechnung des Geschäftsführers sah gänzlich anders aus: Auf 80 Jahre Betriebsdauer koste die dezentrale Variante rund 3,3 Millionen Euro. "Die zentrale Entsorgung ist für Wöbbelin die wirtschaftlich sinnvolle Lösung", so Lange, der dafür von der Mehrzahl der anwesenden Wöbbeliner Applaus, vom Block um Bürgermeisterin Viola Tonn hingegen Kopfschütteln erntete.

Lange warnte außerdem vor hohen Kosten für die Gemeinde, sollte sie die Klage gewinnen: "Dann muss sie alle bis dahin gebauten Anlagen übernehmen und betreiben." Er wies überdies darauf hin, dass die Gemeinde mittlerweile durch drei unterschiedliche Rechtsanwaltskanzleien vertreten werde.

In einer Diskussionsrunde zeigten sich die Bewohner der Gemeinde zwar zerstritten. Die Mehrheit redete jedoch der zentralen Lösung der ZkWAL das Wort. "Ich kann nur hoffen, dass wir die zentrale Lösung schnell bekommen", sagte ein Diskussionsteilnehmer und erntete dafür Applaus. Lange betonte, dass es wichtig sei, bis 2013 eine Lösung zu finden, da sonst der Wegfall von Fördermitteln in Höhe von rund einer Million Euro drohe. Die ZkWAL-Gegner sprachen die Schulden des Zweckverbands an. Lange gestand Verbindlichkeiten in Höhe von 37 Millionen ein, betonte aber gleichzeitig, dass der ZkWAL erfolgreich daran arbeite, Schulden zu tilgen.

Sicher ist auch nach dem Info-Abend nur eins: Fortsetzung folgt.

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