Zum Füttern gehts in den Wald

Torsten Jaeger versorgt die Futterstelle mit Nachschub für die  Rebhühner.Manfred Drössler
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Torsten Jaeger versorgt die Futterstelle mit Nachschub für die Rebhühner.Manfred Drössler

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04. Februar 2010, 06:32 Uhr

Blüthen | Sie fühlen sich sicher vor Habicht & Co. in der dichten Schlehdornhecke bei Blüthen - und angesichts des harten Winters gut versorgt. Täglich kommen Landwirt Helmut Jaeger oder seine Söhne Torsten und Jörg hierher, um etwa zehn Rebhühner, die sich in der Hecke angesiedelt haben, zu füttern.

"Wir haben die Rebhühner seit dem Herbst beobachtet, freuen uns über den Bestand und sorgen uns seit dem Wintereinbruch um sie", erzählt Helmut Jaeger. Eingemischt in das Kaff werden Sonnenblumenkerne, Hirse, Getreide, Abfallsamen - "und etwas Kies, wegen der Verdauung", ergänzt der Landwirt. Vom Futterangebot profitieren natürlich auch andere Vogelarten, so dass im Heckenbestand stets ein reges Vogeltreiben herrscht.

Doch nicht nur an Rebhühner & Co. denkt die GbR Jaeger, sondern auch an das Schalenwild, haben untere Jagd- und Naturschutzbehörde des Landkreises doch die Notzeit ausgerufen, so dass Futterstellen für die Wildtiere eingerichtet werden dürfen (der "Prignitzer" berichtete). "Wir mischten in die Maissilage zusätzlich Getreide ein, so dass nicht nur das Schalenwild, sondern auch Hasen oder Singvögel davon profitieren", erklärt Torsten Jaeger.

Die Landwirte schoben zudem Flächen mit ausgewachsenem Getreide frei, so dass Rehe und andere Tiere besser an dieses Futter kommen. Auch wurden Wege geschoben, um die Verletzungsgefahr an den Läufen des Schalenwilds durch verharschten Schnee zu verringern. "Im Herbst hatten wir zudem auf vielen Flächen Zwischenfrüchte, wie Phacelia, Senf, Sonnenblumen oder Seradella als Bodenschutz eingesät und sie nicht eingearbeitet. An dieses Nahrungsangebot kommen die Tiere trotz des Schnees ran", erläutern Torsten und Jörg Jaeger. Gekröpft wurden ebenfalls Weiden und die Zweige liegen gelassen, ebenso Holz vom Kahlschlag, "damit das Wild nicht zu viel Schäden an Jung- und Nutzholz anrichtet", erklären die Söhne, die wir ihr Vater nicht nur Landwirte, sondern auch Jäger sind und diese zusätzliche Arbeit als Teil der Hege und Pflege sehen.

Bereits im Herbst hatte sich Wilfried Wendt zu Hause mit Kastanien und Eicheln bevorratet. Die bringt er jetzt an zwei Futterstellen in seinem Jagdrevier Rohlsdorf. "Sie werden noch mit etwas Salz angereichert, denn das Wild braucht jetzt Mineralien, außerdem wird das Futter so schmackhafter", beschreibt Wendt. Wegen des Salzbedarfes sähe man jetzt auch so viel Wild in der Nähe von Straßenbäumen. "Dort lagert sich Streusalz vom Winterdienst ab, das suchen sich die Tiere", beschreibt Wendt. Neben den Herbstfrüchten hat der Jagdpächter auch Weidenäste abgesägt, als zusätzliches Futterangebot.

Unterstützung erhalten die Jagdpächter der Hegegemeinschaft Rohlsdorf, zu der auch Retzin und Klein Linde gehören, bei der Wildfütterung von der Agrargenossenschaft Retzin mit Silage und Getreideresten. "Sie fahren uns das Futter auch in den Wald", freut sich Wendt.

Er kontrolliert die zwei von ihm betreuten Futterstellen derzeit einmal wöchentlich. "Das reicht aus, außerdem lagert das Wild in der Nähe und soll nicht unnütz gestört werden, macht Wendt deutlich.

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