Zum Finale Sternmarsch in Parchim

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16. Juni 2010, 09:42 Uhr

Parchim | Die Nachricht, dass sich die Koalitionspartner von CDU und SPD in Schwerin schon vor der heutigen Sitzung des Innenausschusses auf die künftigen Kreissitze verständigt haben, ist in Parchim in aller Munde. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Sachargumente quasi in letzter Minute Gehör gefunden haben und ein Umdenken eingesetzt hat. Aber dass ist noch kein Grund für Jubel", dämpft Stadtpräsident die Euphorie einiger Mitbürger. Er hat sich seit Wochen dafür eingesetzt, die Entscheidungsträger mit Fakten und gut überlegten Aktionen davon zu überzeugen, dass Parchim als Sitz der Kreisverwaltung auch eines neuen Großkreises erste Wahl wäre. Umso enttäuschter reagierte das Parchimer Stadtoberhaupt auf eine Äußerung der Schweriner Oberbürgermeisterin gegenüber unserer Zeitung: "Da genügt doch ein Blick auf die Karte: Ludwigslust liegt zentral und Parchim am Rande des neuen Großkreises. Eine Entscheidung für Parchim als neuen Kreissitz wäre kontraproduktiv. Die Bürgernähe bliebe dabei auf der Strecke."

"So ein Blödsinn! Mit Polemik lassen sich die Zukunftsfragen nicht lösen. Wer sich die Sachargumente ausblendet, leistet keinen konstruktiven Beitrag", macht Flörke deutlich.

Die verbleibenden Tage bis zur Entscheidung im Landtag am 7. Juli sollen dafür genutzt werden, um Parchim weiterhin eindrucksvoll ins rechte Licht zu rücken.

Nach der großen Lichterkette, die mehrere tausend Parchimer und Bürger aus dem Umland auf die Straße gebracht hat, ist als Höhepunkt der Imagekampagne am Freitag, dem 25. Juni, in Parchim ein großer Sternmarsch geplant. "Ich rufe Jung und Alt auf, sich daran zu beteiligen. Ich hoffe, dass uns erneut auch die Bürger aus dem Umland unterstützen", sagt Flörke. Um 19 Uhr treffen sich die Teilnehmer an vier Standorten (Kino/Regimentsvorstadt, Busbahnhof (ZOB), Schlachthof am Wockersee und Vor dem Neuen Tor). Von dort geht es mit musikalischer Begleitung zum Schuhmarkt. Gegen 20 Uhr ist vor dem historischen Rathaus eine Abschlussdemo geplant. "An diesem Abend können Vereine, Sport- und Kulturgruppen, Verbände und einzelne Bürger zeigen wie vielfältig das Leben in unserer Stadt ist, die sich damit auch als künftige Kreisstadt qualifiziert", meint der Stadtpräsident. Für seine Idee hat er in Gesprächen mit seinen Mitbürgern bereits große Unterstützung bekommen. Eingeladen sind ausdrücklich auch die Mitbewerber aus der Nachbarstadt Ludwigslust, die sich selbst ein Bild davon machen können wie sich die Parchimer für ihre Stadt und die ganze Region engagieren.

Aus Sicht des Stadtpräsidenten haben die Aktionen im Rahmen der Kreisgebietsreform auch schon vor der endgültigen Entscheidung viel gebracht. Dabei erinnert er an die 21 000 Unterschriften, die das ZIP-Büro gesammelt hat, die gigantische Lichterkette, die vielen Kinderzeichnungen und die Autogrammwand bei der jüngsten Einkaufsnacht. "Das ist gelebte Demokratie. Viele Parchimer waren skeptisch und pessimistisch, dass sie in der Alltagspolitik etwas bewirken können. Umso größer ist die Genugtuung, dass Volkes Wille wieder einmal Gehör findet", freut sich Dirk Flörke, der sich vor einem Jahr auf das politische Parkett gewagt hat.

Das Licht der Hoffnung wollen die Parchimer kurz vor der entscheidenden Landtagssitzung nach Schwerin tragen. Per Boot werden beleuchtete Kunstwerke des Bildhauers Herbert W.H. Hundrich in die Schlossbucht nach Schwerin gebracht.

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