Zukunft nur auf dem Papier

In 'Plattenförden' beträgt der Leerstand 16 Prozent. Die Stadtplaner haben zwar Entwicklungsstrategien gegen den Einwohnerschwund, doch die Umsetzung scheitert am Geld.herbert Kewitz
In "Plattenförden" beträgt der Leerstand 16 Prozent. Die Stadtplaner haben zwar Entwicklungsstrategien gegen den Einwohnerschwund, doch die Umsetzung scheitert am Geld.herbert Kewitz

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13. März 2010, 01:57 Uhr

Krebsförden | Die Stadtplaner hatten Hoffnungen geweckt: Schicke Stadthäuser, eine prächtige Parkanlage, neue Büros, Dienstleistungsunternehmen und dadurch auch mehr Einwohner sieht das "integrierte Stadtentwicklungskonzept" für Krebsförden vor. Entsprechende Bilder existieren bereits. Doch ein Jahr nach der öffentlichen Vorstellung der ehrgeizigen städtischen Zielsetzung hat sich noch nichts bewegt in dieser Richtung. Existiert die blühende Zukunft für "Plattenförden" nur auf dem Papier?

Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff stand dem Ortsbeirat Rede und Antwort zu dem Thema. Seine ernüchternde Botschaft: "Unser Konzept gilt nur als Vorschlag, die Umsetzung hängt im Wesentlichen von den Eigentümern ab." Die Plattenbauten, die in den Jahren 1988 bis 1991 noch unter dem Titel Dreesch IV erstellt wurden, gehören heute zum größten Teil der Wohnungsgesellschaft WGS und der Wohnungsgenossenschaft SWG. Von den insgesamt 1042 Wohnungen in Krebsförden West standen Ende 2007 insgesamt 167 leer. Das Mietniveau ist gering. Zusätzlich liegen auf den Häusern massive Altschulden. An eine Modernisierung, geschweige denn Sanierung oder Rück- und Neubau sei realistischerweise erst mal nicht zu denken, so der Dezernent. Dennoch wolle die Stadt schnellstmöglich ein Zeichen setzen für das jüngste Plattenbaugebiet Schwerins und ein 30 Meter breites Grünband anlegen, das vom Netto-Markt zur Friedrich-Schlie-Straße reicht. Dieser Streifen soll das Wohngebiet zur Umgehungsstraße hin abgrenzen, moderne städtebauliche Strukturen schaffen und gleichzeitig Anreiz sein für Investoren, die auf der verbleibenden Brachfläche neue Bürogebäude errichten möchten. Doch die Verwirklichung des kleinen Parks hängt von der Bereitstellung von Fördermitteln ab. Die Stadt habe jetzt zwar 300 000 Euro für Krebsförden beim Land beantragt, ob und wann die fließen, darüber mochte Friedersdorff allerdings keine Prognose abgeben.

Der Ortsbeirat trug die schlechten Nachrichten mit Fassung: "Die Wohnungsgesellschaften können nicht über ihre ökonomischen Grenzen springen", so Vorsitzender Robert Woywode. "Das ist bedauerlich, wir können es aber nur zur Kenntnis nehmen." Krebsförden müsse weiter auf seine anderen Qualitäten setzen: Kita, Schule, Stadtteiltreff und gesellige Veranstaltungen.

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