zur Navigation springen

Bauern hoffen auf Entschädigung : Zugvögel fressen die Felder fast kahl

vom

Es gibt Menschen, die die Landwirte im Raum Besitz beneiden. Denn die arbeiten da, wo andere gern Urlaub machen. Doch die Idylle im Grenzbereich zwischen Niedersachsen und MV trügt, denn manchmal wird sie zum Fluch.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2011 | 06:07 Uhr

Besitz | Es gibt Menschen, die die Landwirte im Raum Besitz beneiden. Denn die arbeiten da, wo andere gern Urlaub machen. Im Grenzbereich zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, inmitten der wild-romantischen Niederung des Elbe-Zuflusses Sude. Dort entsteht derzeit ein 1000 Hektar großes Naturparadies für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Seit mehreren Jahren arbeiten der BUND und seine Projektpartner daran, das Grünland an der Sude zu artenreichen Auenwiesen und -weiden zu entwickeln. Die MAM Nord Besitz-Blücher e.G. macht mit. Über das BUND-Projekt Sudelandschaft hält das Team um Geschäftsführer Toralf Pfohl zwei Mutterkuhherden mit je 40 Tieren auf der Weide.

Pfohl sieht die natürliche Idylle mal als Segen, ein anderes Mal als Fluch. Gerade in diesen Tagen durchleben die Landwirte ein Wechselbad der Gefühle. Scharenweise nehmen Wildgänse und -schwäne Kurs auf ihre bestellten Raps- und Getreidefelder. Skeptisch schaut Pfohl auf die Äcker. Die Zugvögel laben sich am zarten Grün. Von vielen jungen Pflanzen haben sie das Keimblatt und andere Blätter stellenweise komplett herunter gefressen. Zum Glück lagen die Wurzeln sicher unter dem hartgefrorenen Boden, sagt Pfohl, der hohe Ertragsausfälle befürchtet. Wegen des Wildfraßes haben die Bauern aus Besitz Schadensausgleich beantragt. Doch bei Zugvögeln ist das nicht so einfach wie bei bejagbaren Rehen und Wildschweinen.

Das weiß natürlich auch Harald Elegeti. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes kennt das Phänomen mit den rastenden Wildgänsen und -schwänen. In einem Vogelschutzgebiet, wie diesen, sind sie von der Gesellschaft gewollt. Das sei beim Wolf ähnlich. Dass Tierhalter für gerissene Schafe nun entschädigt werden, sei für ihn okay. Konsequent wäre, wie er meinte, nun bei Wildfraß durch die Zugvögel ähnlich zu handeln.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen