Zug prallt auf Sattelschlepper

<strong>Gut 100 Meter </strong>hatte der Triebwagen des Regionalzuges den Lkw nach der Kollision mitgeschleift.<fotos>Thomas Bein (2)</fotos>
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Gut 100 Meter hatte der Triebwagen des Regionalzuges den Lkw nach der Kollision mitgeschleift.Thomas Bein (2)

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16. Februar 2010, 08:11 Uhr

Wittstock | Der Zusammenstoß eines Regionalzuges mit einem Lastwagen bei Wittstock am Montagabend war folgenreich: Eine 66-jährige Pritz walkerin, der einzige Fahrgast in dem Prignitz-Express der Linie RE 6, wurde verletzt. Auf der Bahnstrecke Wittenberge-Pritz walk-Berlin-Spandau kam es gestern nach Angaben eines Bahnsprechers zwischen Groß Pankow und Wittstock zu Einschränkungen. Die Bergung des beschädigten und aus den Gleisen gesprungenen Zuges sowie des zerstörten Lkw-Aufliegers dauerte mehrere Stunden.

Wie die Deutsche Bahn am Abend mitteilte, sollte der Zugverkehr in dem Streckenabschnitt gestern gegen 17 Uhr wieder aufgenommen werden. Bis dahin seien ersatzweise Busse gefahren, Reisende mussten mit längeren Fahrzeiten rechnen. Für heute sei nicht mehr mit Verzögerungen zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher.

Zu dem Unfall war es gegen 20 Uhr gekommen, nachdem sich zwei Lkw auf dem Bahnübergang zwischen Heiligengrabe und Jabel im Kreis Ostprignitz-Ruppin begegnet waren. Wie ein Bahnmitarbeiter gestern vor Ort berichtete, war einer der Laster ausgewichen und hatte sich in einer Schneewehe festgefahren. Der Fahrer habe noch versucht, den Auflieger frei zu schaufeln. Dann schlossen sich jedoch die Bahnschranken. Dem nahenden Zug entgegenlaufend habe der Mann per Taschenlampe den Lokführer warnen wollen. Doch obwohl dieser die Gefahr nach Angaben der Bundespolizei erkannte und sofort bremste, kam der Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Er haben nach dem Zusammenprall den Auflieger des Sattelschleppers noch 100 Meter weit mitgeschleift. Der 49-jährige Triebwagenführer und der 43-jährige Lkw-Fahrer wurden nicht verletzt. Der Lastwagen habe kein Gefahrgut geladen.

Die 66-jährige einzige Reisende im Zug erlitt durch den Aufprall Arm- und Beinfrakturen. Sie wurde laut Bundespolizei in das Pritzwalker Krankenhaus gebracht. Wie Bahnsprecher Burkhard Ahlert dem "Prignitzer" sagte, hatte der Triebfahrzeugführer, als der Auffahrunfall bereits absehbar war, die Frau in den hinteren Zugteil gebracht, um sie so weit wie möglich zu schützen.

Bei den Bergungsarbeiten an der Unfallstelle musste gestern Vormittag der Lkw-Auflieger vollständig zerlegt werden, weil er anders nicht mehr zu transportieren war. Per Radlader wurden umliegende Flächen frei geschoben, um Platz für einen Autokran zu schaffen. Dieser sollte den Triebwagen wieder zurück ins Gleis setzen. Mitarbeiter der Bahn, des Technischen Hilfswerkes (THW), des ADAC-Abschleppdienstes, der Polizei und der Bundespolizei waren vor Ort.

Gegen den 43-jährigen Lkw-Fahrer wird nach Angaben der Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Der Mann erhalte eine Anzeige, sagte Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin-Brandenburg. Die Ermittlungen zu dem Unfall würden von der Bundespolizei geführt. Sobald möglich würden auch die Passagierin, der Zugführer sowie der Lasterfahrer befragt. Geprüft werde zudem der technische Zustand des Lkw und warum dieser vor dem Unfall den Bahnübergang nicht mehr räumen konnte. Trotz anhaltender Winterwitterung habe es in Brandenburg und Berlin zuletzt keine Häufung solcher Unfälle gegeben, fügte Schobranski an.

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