Zu viel Winter schadet dem Geschäft - Zweiter Boom erwartet

Der Handel boomt. Auch zwischen den Festen  wird mit großem Andrang gerechnet.
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Der Handel boomt. Auch zwischen den Festen wird mit großem Andrang gerechnet.

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19. Dezember 2010, 06:49 Uhr

Schwerin | Knackiger Frost macht Lust auf Glühwein und Bratwurst - doch zu viel Winter scheint auch dem Weihnachtsmarktgeschäft nicht gut zu tun. Bei Schneesturm und Eiseskälte mussten einige Buden in den vergangenen Tagen kurzfristig schließen, weil Wind und Flocken den Innenraum zu verwüsten drohten. Busreisegesellschaften, die eine Tour auf den Schweriner Weihnachtsmarkt oder zum Shoppen geplant hatten, blieben kurzfristig lieber zu Hause. "Das ist in diesem Winter schon ein paar Mal vorgekommen und für uns als Veranstalter natürlich ärgerlich", sagt Mathias Wölk von der Weihnachtsmarkt GmbH. Auch die Besucher aus der näheren Umgebung scheuen bei Wetterwarnungen und Blitzeisdrohung die Autofahrt in die Schweriner Innenstadt.

Der Stern des Nordens macht die gleichen Erfahrungen wie der Einzelhandel. "Aber der Umsatz unserer Händler ist soweit in Ordnung." Mit den Besucherzahlen sei man ebenfalls zufrieden, ob die 1,8 Millionen vom vergangenen Jahr noch getoppt werden können, das würde sich erst bei der Endauswertung zeigen. Der Weihnachtsmarkt ist noch bis zum 31. Dezember geöffnet. Nur am

24. und 25. Dezember macht er zwei Tage Pause.

Zwischen den Festtagen erwartet auch der Einzelhandel noch einen zweiten Boom. Tino Beig vom Einzelhandelsverband Nord: "Dann werden Gutscheine eingelöst, Geldgeschenke umgesetzt und rund eine Million ehemalige Mecklenburger sind zum Fest bei ihren Familien in der alten Heimat und gehen noch mal shoppen." Oder auf den Weihnachtsmarkt.

"Die besten Tage sind bislang immer Sonnabend und Sonntag, sagt Wölk und deckt sich auch hier mit den Aussagen des Einzelhandels. Während sich am Sonnabend vor den Parkhäusern, den Kassen und den Umkleidekabinen lange Schlangen bildeten, rollte auch der Rubel auf dem Weihnachtsmarkt. Das perfekte Wochenende auch für sechs Schülerinnen aus Schwerins italienischer Partnerstadt Reggio Emilia sich und ihre Heimat zu präsentieren.

"Problematisch ist noch der Montag", sagt Wölk. "Da werden wir wohl im nächsten Jahr besondere Aktionen anbieten, um mehr Publikum zu ziehen. Vielleicht wird es montags spezielle Familienpreise geben." Noch eine Änderung schwebt ihm jetzt schon für 2011 vor: Verschobene Öffnungszeiten. Statt um 10 soll der Markt erst um 11 Uhr aufmachen, dafür abends erst um 21 oder 22 Uhr schließen. "Damit wollen wir Arbeitnehmern, die abends lange arbeiten, auch die Möglichkeit bieten, noch ein oder zwei vergnügte Stunden auf dem Weihnachtsmarkt zu verbringen."

Bewährt habe sich in diesem Jahr der neue Eisbahnstandort am Südufer des Pfaffenteichs und die Neugestaltung des Schlachtermarktes mit Holzschnitzeln und romantischer Beleuchtung. Wölk: "Das werden wir beibehalten."

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