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Lokales

23. November 2017 | 04:49 Uhr

Gut Wardow : Zu viel Federvieh mitten im Dorf?

vom

Die Gemeindevertreter stellten auf ihrer jüngsten Sitzung einen Beschluss zum gemeindlichen Einvernehmen im Bauantragsverfahren für die mobilen Ställe auf dem Gut Wardow zurück. Zu viele Fragen seien ungeklärt.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2013 | 10:40 Uhr

Vom Hähnchenmastgegner zum Biobauer, der auf dem Gut Wardow Legehennen und Masthähnchen in mobilen Ställe hält - so einfach geht das in Wardow nicht. Die Gemeindevertreter stellten auf ihrer jüngsten Sitzung einen Beschluss zum gemeindlichen Einvernehmen im Bauantragsverfahren für die mobilen Ställe zurück. Ihnen würde es an Informationen fehlen. Zu viele Fragen seien ungeklärt.

Man fühlt sich übergangen, versuchte Bürgermeister Günter Schink zu erklären. Schon im Sommer spazierten die Hähne über eine Wiese. Seit dem September legen die Hennen fleißig ihre Eier. "Hier sind Tatsachen geschaffen worden", sagt Schink. Bedenken hätten auch Anwohner geäußert. Fragen nach dem Verbleib des Kotes, nach möglichen Belastungen durch Keime und nach Abstandsflächen konnten von Bürgermeister Schink nicht beantworten. "Hühner im Dorf sind normal, aber 300 Hähne können auch schon mal laut werden", sagt Marion Schneider. Sie will es nicht als Protest bezeichnen, sondern spricht eher von einer Sorge. "Weil es mitten im Dorf ist", betont die Wardowerin.

Wolfgang Grimme bedauert ein undifferenziertes Herangehen. Eine industrielle Mast und die Hühnerhaltung auf seinem Hof seien grundverschieden. Der Betrieb habe eine Zertifizierung durchlaufen, werde von Veterinären und Hygienikern kontrolliert. "Alles ist im grünen Bereich", betont Grimme. Für den Biobauer ist allein die baurechtliche Komponente offen. Der Kot beispielsweise könne mit der Schubkarre zum Misthaufen gefahren werden und komme dann später als Dung auf die Felder.

Grimme verweist darauf, dass er seit Monaten mit dem Landkreis im Gespräch sei. Es handelt sich um mobile Ställe, die auf dem Grundstück hin und her wandern können. "Ich interpretiere das Baugesetzbuch so, dass dafür keine Baugenehmigung notwendig ist", betont der Wardower. Bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde sehe man das anders. Als es auch aus dem Ministerium Unterstützung für die Meinung des Landkreises gab, habe er das akzeptieren müssen und einen Bauantrag gestellt. In diesem Antragsverfahren habe sich u.a. schon die Denkmalschutzbehörde auf dem Hof umgesehen. Uneins sei man in der Frage auseinander gegangen, ob es sich im Umfeld des ehemaligen Gutshauses um einen Park oder lediglich um eine Rasenfläche handelt, berichtet Grimme. "Wir üben das jetzt mal durch", sagt Grimme zum Bauantragsverfahren. Er sehe es "mit hoher Gelassenheit" und denkt, dass "die Dinge mit Vernunft und Augenmaß zu regeln seien.

Die Wardower und insbesondere die Gemeindevertreter lädt er auf sein Gut ein. "Jeder kann zu uns kommen und seine Fragen stellen. Er wird Antworten bekommen", betont Grimme. Transparenz sei ihm wichtig. Derzeit sei nur einer von zwei Ställen in Betrieb. Masthähnchen nicht auf dem Hof, sondern lediglich Legehennen, die von vier Hähnen begleitet werden. Mit der Entwicklung des jungen Unternehmens sei er ganz zufrieden. Eier aus Wardow würden bereits in vielen regionalen Biomärkten angeboten.

 

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