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Lokales

25. September 2017 | 20:54 Uhr

Zu teuer: Bücherei in der Südstadt dicht

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 08:47 Uhr

Südstadt | Kein Geld für die Bibliothek in der Südstadt: In diesem Sommer wird die Stadtteilbücherei geschlossen. "Letzte Ausleihe am 24. Juni, letzte Rückgabe am 26. Juli", lesen die Benutzer jetzt am Eingang. Nach diesem Datum müssen sie auf andere Leihstellen in der Stadt ausweichen.

"Hauptgrund für die Schließung ist unser großes Personalproblem", sagt Manfred Heckmann, Leiter der Stadtbibliothek. Seit 2001 habe sein Bereich mehr als 20 Prozent der Stellen einsparen müssen. Und das Ende des Personalabbaus sei noch nicht erreicht. "Mit den übrigen Mitarbeitern können wir regelmäßige Öffnungszeiten an allen Standorten nicht aufrecht erhalten", so Heckmann. Seit 2008 wurde die Zweigstelle in der Südstadt nur von wechselnden Mitarbeitern aus anderen Stadtteilen betreut. Zuletzt hatte sie nur noch montags und donnerstags für jeweils sieben Stunden geöffnet.

Die endgültige Schließung der Bücherei im Berghotel kommt jedoch nicht plötzlich: Vor etwa eineinhalb Jahren hatte die Bürgerschaft im Haushaltssicherungskonzept festgelegt, dass die Stadt bei ihren Büchereien sparen muss. Dann fiel die Entscheidung, einen Standort wegfallen zu lassen. "In der Südstadt schien es uns am wenigsten problematisch", sagt Heckmann, denn die Filiale liege der Zentralstelle am nächsten. Außerdem: 69 Prozent der Ausweisinhaber aus der Südstadt nutzen bereits jetzt ausschließlich die Leihstelle in der Fußgängerzone.

Neben den Personalkosten spart die Stadt mit der Schließung der Südstadt-Bücherei weitere Gelder ein: Rund 3500 Euro für Miete, Reinigung und Ähnliches fallen pro Monat weg.

Die 8000 Bücher, CDs und DVDs, die jetzt noch dort stehen, werden aufgeteilt - auf die Zweigstellen in Reutershagen, Groß Klein, Lütten Klein, Dierkow, Warnemünde und die Zentralbibliothek. Die Regale werden nach Lütten Klein gebracht, wo die Stadtteilbibliothek vergrößert werden soll.

"Dass ein Standort ganz schließen muss, tut dennoch weh", sagt Bibliothekschef Heckmann. Und auch der Ortsbeiratsvorsitzende Jörn- Christoph Jansen (CDU) bedauert die Entscheidung: "Das ist traurig für unsere Einwohner." Obwohl der Ortsbeirat an der Entscheidung nicht mehr rütteln kann, soll das Thema bei der morgigen Sitzung noch einmal diskutiert werden.

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