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Lokales

21. September 2017 | 10:36 Uhr

Zu Besuch bei den Riesenvögeln

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2010 | 04:54 Uhr

Perleberg | Publikum sind die großen Vögel der Straußenfarm Westprignitz in Perleberg gewöhnt. Aber am Sonnabend war der Zuschauerstrom dann doch ungewöhnlich groß. Kein Wunder, hatte doch Farmbetreiber Dietmar Joesten zum Sommerfest eingeladen.

Da konnte, wer wollte, an einer der zahlreichen Führungen durch die Anlage teilnehmen und die großen Vögel ganz aus der Nähe betrachten, viel Wissenswertes über ihre Haltung und Vermarktung erfahren. Gleichzeitig gab es Leckeres vom Strauß zu probieren - von der würzigen Knacker über die Suppe mit Fleisch von Straußenhals bis hin zum pikant zubereiteten Straußenmagen.

So richtig füllten sich die Plätze vor dem Küchenstand, als Antenne-Koch Knut Diete in Aktion trat. Er kreierte beispielsweise Paprika-Kokos-Suppe und scharf gepfeffertes Straußensteak zu Spargelsalat mit Limonendressing. Zum ersten Mal zeigte er in der Perleberger Straußenfarm seine Kochkünste. "Doch das leckere, cholesterin- und fettarme Fleisch beziehe ich schon, so lange es die Farm gibt", erklärte er auf "Prignitzer"-Nachfrage.

2004 begann der Immobilienmakler Joesten mit seinem "Straußen-Hobby". "Ich besorgte mir acht Küken. Doch als die fast erwachsen waren, stellte ich fest, dass es acht Hähne waren. Also kaufte ich Küken zu, baute allmählich eine Zucht auf", erzählt Joesten. Mittlerweile sind es über 100 Tiere, ist aus dem Hobby ein Nebenerwerb geworden mit zeitweilig bis zu vier Angestellten. Die gute Seele auf der Farm, so betont Joesten, ist Adolf Selent, denn "er betreut die Tiere und auch die technischen Anlagen".

Zu denen gehört ein moderner Straußenschlachthof, der den strengen EU-Normen entspricht. Denn geschlachtet werden die großen Vögel selbst, "die Weiterverarbeitung zu Wurst übernimmt die Fleischerei Hildebrandt in Kletzke", beschreibt Joesten. Elektrische Brutkästen sorgen für das Ausbrüten der Straußeneier. Eine Henne lege so im Schnitt 40 Eier. "Das ist wesentlich mehr als in Afrika, da sind es maximal 20 Eier", verweist Joesten auf die offenkundig guten mitteleuropäischen Bedingungen für die Großvögel. "Der Strauß stammt ursprünglich aus Zentralasien, hat sich fast auf der ganzen Erde ausgebreitet, lebte vor mehreren Tausend Jahren auch in Europa. Letztendlich ist er aber nur in Afrika übrig geblieben", zählt der Farmbetreiber auf. Dabei sei unser hiesiges Klima eigentlich "genau das, was er braucht, denn bei 20 Grad fühlt sich der Strauß am wohlsten, hat aber auch im Winter keine Probleme Dank seines Federkleides, mit dem er Wärmepolster aufbaut".

Viel Interessantes also, dass es rund um den Strauß zu erfahren gibt. Wer am Sonnabend keine Gelegenheit zu einem Besuch hatte, sollte sich den 2. Oktober vormerken, denn dann lädt die Straußenfarm zum Herbstfest. Und am 6. Dezember kommt hier wieder der Nikolaus.

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