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Landesanglerverband rudert zurück : Zoff in Sternbergs Angler-Idylle

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Der Hechtkönig Alfredo Jodzeck bekam Ärger, nachdem er in unserer Zeitung über seine Angelerfolge berichtete und darüber, dass er die Hechte nicht nur selbst isst, sondern einige gegen andere Lebensmittel eintauscht.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2011 | 07:35 Uhr

Sternberg | Zoff statt Angler-Idylle in Sternberg. Der Witziner Hechtkönig Alfredo Jodzeck (Fredi) bekam Ärger, nachdem er in unserer Zeitung über seine neuesten Angelerfolge berichtete und darüber, dass er die Hechte nicht nur selbst isst, sondern einige gegen andere Lebensmittel eintauscht. Darauf meldete sich ein erfahrenes Mitglied aus seinem Angelverein in Sternberg bei ihm: Das Tauschen sei nicht erlaubt. Das hatte der Vereinsfreund nach einer Rücksprache beim Landesanglerverband (LAV) in Görslow erfahren. Fredi müsse, so hieß es, mit Konsequenzen rechnen.

Der Witziner Angler empörte sich. Denn von einem Tauschverbot hatte er zum ersten Mal gehört. Jodzeck zeigte SVZ eine Broschüre vom Landesangelverband mit den gesetzlichen Regelungen. Da stehe nichts davon, erklärt er. Nur das Verkaufen des gefangenen Fisches ist den Anglern nicht gestattet, heißt es im Gesetz. Tauschen sei Handeln und mit Verkaufen gleichzusetzen, so hörte der Witziner Hechtangler vom Vereinsfreund. Unwissenheit schütze vor Strafe nicht.

Damit gab sich der erfolgreiche Hechtangler nicht zufrieden. Alfredo Jodzeck machte sich beim Geschäftsführer des Landesanglerverbandes Axel Pipping in Görslow Luft. Wenn Tauschen und Verkaufen gleich zu setzen ist, dann müsse das aber auch bei den Anglern am See ankommen, so Alfredo Jodzeck. Der Landesgeschäftsführer erteilte dem verärgerten Witziner Angler schließlich Hausverbot.

SVZ fragte gestern nach beim Geschäftsführer des Landesanglerverbandes. Axel Pipping ruderte eine knappe Stunde später zurück. Hechtkönig Fredi war demnach doch nicht im Unrecht. Er habe sich noch einmal beim Abteilungsleiter für Fischereiaufsicht im zuständigen Landesamt in Rostock erkundigt, erklärte Pipping. In der Küstenfische reiverordnung gibt es eine Regelung, wonach mit dem in der Ostsee gefangenen Fisch nicht weiter gehandelt werden darf. Im Binnenfischereigesetz sei das allerdings nicht geregelt. Und auch in der Gewässerverordnung des LAV ist nur vom Verkaufsverbot die Rede. "Rechtlich gesehen haben wir keine Handhabe", so Pipping. Er findet dennoch, dass der Witziner Hechtkönig, der in diesem Jahr schon über 100 Raubfische gefangen hat, dem Image des Landesanglerverbandes und seines Sternberger Vereins schadet.

"Viele Mitglieder des Vereins und darüber hinaus haben kein Verständnis für eine solche Verhaltensweise", sagte Udo Miller, Vorsitzender des Regionalverbandes Altkreis Sternberg e.V.

Das Binnenfischereigesetz soll novelliert werden. Da wäre es aus Pippings Sicht auch sinnvoll, das Thema zu regeln. Der Verband sei dafür, dass verankert wird, dass mit dem geangelten Fisch kein Handel getrieben werden und er nur für den Eigenbedarf verwendet werden kann. Was ein Geschenk an Verwandte oder an den Nachbarn, der auch gern Fisch isst, nicht ausschließen würde, meint er.

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