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Lokales

18. Dezember 2017 | 19:40 Uhr

Zitterpartie für Landwirte

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 06:19 Uhr

Bützow | Landwirte benötigen in diesen Tagen viel Geduld. Das Wetter der vergangenen Wochen und Monate hat einiges durcheinander gebracht. Zunächst war da der lange Winter, dann die Trockenheit, später der viele Regen und nun die anhaltende Kälte.

"Wir liegen rund zwei bis drei Wochen im Hintertreffen", sagt Landwirt Andy Griepentrog. Der Chef im Feldbau im Steinhagener Landwirtschaftsbetrieb hofft, dass es in den nächsten beiden Tagen trocken bleibt. Der erste Futterschnitt muss unbedingt vom Acker. "Wir haben unseren Mitarbeitern jetzt freie Tage gegeben, denn über Pfingsten werden wir auf jeden Fall silieren", sagt Griepentrog. Auf rund 250 Hektar wächst das saftige Grün für die eigene Tierproduktion heran.

Verzögerte der Regen den Futterschnitt, so unterschiedlich haben sich auch die anderen Kulturen auf den Flächen des Steinhagener Unternehmens entwickelt. "Der Raps steht wirklich gut, befindet sich voll in der Blüte", sagt Andy Griepentrog. Auf rund 20 Prozent der 1300 Hektar, die der Betrieb bewirtschaftet, wächst die Ölfrucht heran. Der Mais nimmt die größte Anbaufläche ein. Auf rund 450 Hektar wurde die Saat in den Boden gebracht. Nur langsam entwickele sich aber die Vegetation. "Es ist einfach zu kalt." Der Mais ist aber nicht für Biogasanlagen bestimmt, wie mancher vermuten mag. "Bei uns wird der Mais fast ausschließlich als Futter eingesetzt", sagt der Steinhäger. Immerhin stehen 1450 Kühe auf dem Hof, die versorgt werden müssen.

Gerade Raps und Mais haben in den zurückliegenden Jahren dem Getreide Konkurrenz gemacht. Auf jedem vierten Hektar wächst der Raps mittlerweile im Landkreis Güstrow heran. Allein beim Mais stieg der prozentuale Anteil an der gesamten bewirtschafteten Fläche innerhalb von fünf Jahren von knapp fünf auf über zehn Prozent an. Wie es um die Verteilung der Kulturen in diesem Jahr bestellt ist, darüber gibt es noch keine Zahlen. "Bis Montag mussten die Landwirte ihre Zahlen melden. Das dauert noch, bis die Auswertung vorliegt", sagt Dr. Regina Rinas vom Landwirtschaftsamt in Bützow.

Zurück aufs Feld. Auch Biobauer Ingo Sander aus Tarnow wünscht sich endlich höhere Temperaturen. Nachtkerze, Ölleinen, Mariendistel liegen in ihrer Entwicklung gut 14 Tage zurück. "Ich hoffe zwar, dass die Natur das irgendwie wieder ausgleicht", sagt Sander. Das werde sich aber erst später zeigen. Denn bei den Ölfrüchten komme es am Ende auf die Inhaltsstoffe an. "Sie müssen in einem bestimmten Prozentsatz vorhanden sein", erklärt Sander. Deshalb hofft auch der Tarnower, dass die Temperaturen endlich anziehen.

Darauf baut auch Landwirtin Yvonne von Laer in Tieplitz. Auch wenn viel Sonne die bisherigen Verluste beim Spargel nicht mehr ausgleichen wird. Mit 25 bis 35 Prozent des erwarteten Ertrages erlebt sie in diesen Tagen einen bitteren Moment. "Am 23. Juni ist die Spargelernte definitiv zu Ende. Wir können die Erntezeit nicht einfach verlängern. Die Pflanzen müssen sich erholen für das nächste Jahr", sagt von Laer. Das geringe Aufkommen hat zur Folge, dass sie ihren Saisonkräften aus Polen und Südosteuropa, die nach Leistung bezahlt werden, den Lohn um 20 Prozent aufstockt. "Außerdem ist der Spargel nicht ganz so billig." Das Wetter treffe ja nicht nur sie, sondern generell alle Spargelbauern. Optimistischer ist von Laer da bei den Erdbeeren. Mann habe regelmäßig und intensiv gepflegt. Sie liegen unter Folie. Im Juni beginnt dort die Erntezeit.

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