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Lokales

17. Dezember 2017 | 13:06 Uhr

Zeppelin landet in Zepelin

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erstellt am 07.Mai.2010 | 07:07 Uhr

Zepelin | Ferdinand Graf von Zeppelin, Erfinder des Luftschiffs, wird vermutlich nie in Zepelin bei Bützow gewesen sein. Aber schon vor 100 Jahren besann sich

das kleine mecklenburgische Dorf auf die Wurzeln der Grafen-Familie von Zeppelin und errichtete am 31. Mai 1910 in einem Wald unweit des Dorfes einen Gedenkstein zu Ehren des Luftschiff-Erbauers. Eine ganze Region feierte seinerzeit die Einweihung des Steines.

Jetzt zum Jubiläum soll es wieder ein Fest geben. Möglicherweise noch größer und schöner als vor 100 Jahren. Erstmals soll dann in Zepelin ein Luftschiff landen. "Ein kleines, Heißluft betriebenes, 41 Meter lang und 14 Meter hoch", sagt Hans Liesegang vom Kultur- und Sportverein des Dorfes. Zusammen mit Landwirt Poppe Gerken habe er die Idee gehabt, zum Jubiläum ein solches Luftschiff nach

Zepelin zu holen. Neben dem Pilot hätten drei Passagiere darin Platz. Es soll am

29. und 30. Mai Rundflüge über das Dorf geben.

Der Bützower Amtsmann Fensch hielt vor 100 Jahren die Rede zur Einweihung des Gedenksteins. Der Originaltext ist

erhalten geblieben. Diese Rede soll am

29. Mai noch einmal gehalten werden, vermutlich vom heutigen Bürgermeister Siegfried Warning. Nach einem Festakt am Gedenkstein soll es rund um die Zepeliner Mühle ein Dorffest geben und eine Ausstellung über den Luftschiff-Erbauer und das Adelsgeschlecht der Zeppelins berichten. Die Exponate sollen nach dem Fest dauerhaft im Dorf bleiben. "Vielleicht der Beginn einer Heimatstube", sagt Hans Liesegang. Extra zum Jubiläum gründete sich vergangenes Jahr der Sport- und Kulturverein, der auch in Zukunft weitere Veranstaltungen organisieren will.

Um 1900 erlangte Ferdinand Graf von Zeppelin mit seinen Luftschiffen Berühmtheit. Nachweislich stammt er aus der Grafen-Familie der hiesigen Zeppelins oder auch Zepelins. "Der Ursprung des Geschlechts geht bis auf das Jahr 1286 zurück", sagt Fitz Hoßmann, Vorsitzender des Bützower Heimatvereins. Ein gewisser Heinrich von Zeppelin erhielt 1286 das Lehen Zepelin. Was zuerst da war? Der Familienname Zepelin oder der Ortsname, wisse Hoßmann nicht genau. Der Heimatverein erforsche gegenwärtig noch die Verwandtschaftsverhältnisse der Zeppelins. Wann und wo zweigt aus der mecklenburgischen Linie beispielsweise die von Ferdinand von Zeppelin nach Süddeutschland ab? - das will Fritz Hoßmann dabei herauskriegen. Noch nicht geklärt ist auch, wer vor 100 Jahren den Anstoß gab, nahe dem kleinen Dorf einen Gedenkstein zu Ehren des Luftschiffbauers zu errichten. Hoßmann hat nur eine Vermutung. Zu jener Zeit lebte eine Hedwig von Zeppelin in Bützow. Sie war die Stieftochter des bekannten Bützower Baumeisters Adolf Prahst. Gab er den Anstoß, dem Luftschiff-Erbauer ein Denkmal zu setzen? Ursprünglich sollen die von Zeppelins sogar aus Bützow stammen, bevor Heinrich von Zeppelin 1286 das Lehen in dem kleinen Dorf bei Bützow erhielt.

Nach 100 Jahren nagt der Zahn der Zeit am Zeppelin-Gedenkstein. Moos wächst auf dem riesengroßen Findling, die Tafel ist verwittert. Eine geplante Sanierung des Steins über Leader-Fördermittel sei gescheitert, sagt Bürgermeister Siegfried Warning. Man werde den Gedenkstein und die Zuwegung bis zum Fest dennoch neu herrichten.

Für den Bürgermeister ist das Ende Mai ein besonderes Fest. "Schließlich haben die Vorfahren des Luftschiff-Erfinders hier gelebt", sagt Siegfried Warning.

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