Zeitzeugen berichten über Erfahrungen der friedlichen Revolution

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10. November 2009, 09:06 Uhr

Rostock | Sie stapeln Pappkisten und wollen damit den Bau der Berliner Mauer symbolisieren. Die zwölfte Klasse des Erasmus-Gymnasiums hat sich das ganze Schuljahr auf diesen Tag vorbereitet. Im Geschichtsunterricht überlegten sich die Jugendlichen, wie sie das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls umsetzen. "Es war uns wichtig, die Geschichte der DDR nachzuempfinden", sagt Projektleiter Florian Hötschkes (18). Aus diesem Anlass sind Schüler aus Bad Segeberg angereist.

Die Aktuelle Kamera und die Tagesschau vom 8. Oktober 1949 zeigen erste Bilder nach der Entstehung der DDR. Als Kontrastprogramm mimen zwei Abiturienten die Nachrichtensprecher. Abwechselnd zeigen sie Fotos und Videos.

Zur Verdeutlichung der dramatischen innenpolitischen Situation errichtet der uniformierte Philipp Seedtke aus Pappkartons eine Mauer zwischen den Besuchern und Rostocker Schülern. Nach einer weiteren nachgespielten Tagesschau folgt die theatralische Grenzöffnung und der Sturz des antifaschistischen Schutzwalls, wobei die Kisten von den Statisten umgeworfen werden.

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Diskussion mit den zwei Zeitzeugen Margitta Briesemeister und Thomas Wulf. Sie berichten von ihren Erfahrungen und Eindrücken am 9. November 1989. "Es war eine turbulente Zeit, in der ich die Nachrichten sehr aufmerksam verfolgt habe", sagt die Pädagogin, die während des Mauerfalls in der Schule war. Nach der Grenzöffnung veränderte sich für sie einiges: "Direkt am nächsten Sonnabend war die Schule leer." Auch habe sie vieles über den Staat erfahren, was vorher geheim war.

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