zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. Oktober 2017 | 07:24 Uhr

Zwischen Auto und Wild krachts immer häufiger

vom

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2012 | 09:53 Uhr

Lübz/Parchim | Alle zweieinhalb Minuten kracht es auf deutschen Straßen zwischen Auto und Wild. Vor allem jetzt im Herbst, wenn es es dämmert kommt es vermehrt zu Wildunfällen. So auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Erst vor einer Woche hat es auf der A 24 zwischen den Anschlussstellen Ludwigslust und Hagenow gekracht. Ein Pkw-Fahrer war in eine Rotte Schwarzkittel gerast. Dabei kamen sieben Wildschweine ums Leben - der Autofahrer blieb unverletzt. Doch totes Wild ist derzeit kein seltener Anblick auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Vor allem Wildschweine machen den Autofahrern das Leben schwer. "Die Masse aller Verkehrsunfälle sind Wildunfälle", verdeutlicht Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. In der ersten Hälfte des Jahres 2012 hat es bereits 1460 mal zwischen Auto und Wild auf den Landkreisstraßen gekracht. Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr sind es 50 Unfälle mit Wild mehr. "Wir haben derzeit eine Quote von 40 Prozent. Das ist schon recht ordentlich. Doch muss ich immer wieder sagen, dass diese Halbjahresstatistiken nur einen Trend widerspiegeln", erklärt Klaus Wiechmann.

Auch die Unfallstatistik des Deutschen Jagdschutzverbandes belegt, dass es vermehrt zu Wildunfällen auf deutschen Straßen kommt. Im vergangenen Jahr gab es allein 28 000 Unfälle mit Wildschweinen. Die Zusammenstöße mit den Schwarzkitteln hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft. Das liege vor allem daran, dass zu dieser Jahreszeit die Familienverbände mit einer Größe von bis zu 40 Tieren die Straße wechseln, um Schutz und Futter in den Maisfeldern zu finden.

Um der Lage Herr zu werden, hat die Universität Rostock als erste deutsche Hochschule angefangen, ein wissenschaftliches Abwehrprogramm zur Wildschweinplage in den Städten zu entwickeln. Zunächst solle ermitteln werden - mittels Fotofallen, Markierung und Sichtzählung - wie hoch die Wildschweindichte im Land überhaupt ist.

Doch nicht allein Wildtiere haben für Unfälle im ersten Halbjahr dieses Jahres gesorgt. Insgesamt hat es von Januar bis Juli dieses Jahres 3683 mal auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim gekracht. "Das sind 18 Unfälle weniger als im Vorjahreszeitraum", erklärt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Wie im gesamten Bundesland gab es aber weniger Unfalltote im Landkreis. Bislang sind elf Personen bei Autounfällen gestorben, im vergangenen Jahr waren es von Januar bis Juli bereits 22 getötete Verkehrsteilnehmer. "Im Landkreis gab es 81 Schwerverletzte, das sind 21 weniger als im ersten Halbjahr 2011. Bei den Leichtverletzten haben wir einen Zuwachs um 40 Personen auf 350 verzeichnet", erklärt Klaus Wiechmann. Neben den Wildunfällen sind vor allem auch das Nicht-Einhalten der Sicherheitsabstände, überhöhte und nicht-angepasste Geschwindigkeit sowie das Missachten der Vorfahrtsregeln die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Der Polizeisprecher gibt deshalb immer wieder zu bedenken, vorausschauend zu fahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen