100000-Liter-Kuh : Zwei Kühe in Rekordlaune

Herdenmanager Marcel van Rooyen (r.) freut sich über die beiden Rekordkühe. Fotos: Horst Kamke
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Herdenmanager Marcel van Rooyen (r.) freut sich über die beiden Rekordkühe. Fotos: Horst Kamke

Lutheraner Hochleistungskühe „Sussi“ und „Clara“ gaben in ihrem Leben schon 100 000 Liter Milch

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29. April 2015, 21:00 Uhr

Darauf ist Bernard Lugtenberg ziemlich stolz: Am vergangenen Freitag präsentierte er in Lutheran gleich zwei Kühe, die in ihrem Leben bislang jeweils 100  000 Liter Milch gegeben haben. Beide Lutheraner Hochleistungskühe zählen zur Rasse der schwarzbunten Holsteinrinder. „Sussi“ ist gefleckt und wurde im November 2003 geboren. In Spitzenzeiten lag der Fettgehalt ihrer Milch bei 4,2 Prozent. „Clara“ ist fast rundum schwarz und kam bereits im Juli 2003 auf die Welt. Der Fettgehalt ihrer Milch kam nie über 4 Prozent hinaus.

Der Niederländer war einer der ersten, die nach der Wende in den Osten zogen und dort ihre Chance nutzen wollten. „Wir waren die Pioniere für viele nach uns.“ In Lutheran lernte er seine jetzige Frau kennen, die einen Sohn in die Ehe brachte. Ein gemeinsamer Sohn folgte bald. „Die Betriebsübergabe ist gesichert.“ Der Bau von Ställen und Biogasanlage, der Anbau von Grünfutter und Mais – „Wir haben trotz aller Fördermittel und Subventionen viel Lehrgeld bezahlt.“

Vor vier Jahren errichtete er seinen jüngsten Stall. „Damit sind wir auf dem neuesten Stand.“ 900 Milchkühe lässt Lugtenberg jeden Tag in Lutheran melken. Dafür braucht er dort 16 Mitarbeiter. Weitere 700 Tiere (inklusive Nachzucht) stehen in seiner Filiale in Hagenow. Ihm ist es wichtig, dass die Tiere in seinen Ställen mehr Auslauf haben als anderswo und sich auch mal gemütlich auf knietiefer Strohlage niederlassen können. „Diese Produktionsbedingungen werden regelmäßig überwacht.“

Rund 1300 Hektar zählt der Betrieb, inklusive Pachtland. Auf 280 Hektar wird hofeigenes Grünfutter angebaut, dazu kommen Futtermais auf 250 Hektar und Mais für die Biogasanlage auf 200 Hektar. Dem Niederländer macht es zu schaffen, dass die Milchquote der EU aufgehoben wurde. „Der Milchpreis ist auf unter 30 Cent pro Liter gesunken.“ Zum Ausgleich der augenblicklichen Mindereinnahmen könnte sein Team täglich 100 Milchkühe zusätzlich melken. Das bräuchte täglich lediglich eine halbe Stunde mehr. Doch dazu müsste er einen weiteren Stall bauen und auch andere Produktionsbedingungen verschärfen. Stattdessen wartet Lugtenberg lieber ab, wie sich die Marktlage entwickelt. 2007 will er seinen nächsten „Tag der offenen Tür“ veranstalten.

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