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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 13:36 Uhr

Kampfansage : Zusammenstehen im Protest(-Camp)

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

350 Leute schlossen sich am Wochenende der Aktion von „Pro Schiene“ an / Städte und Gemeinden demonstrieren Schulterschluss

von
erstellt am 17.Aug.2014 | 21:00 Uhr

„Warum fährt die Südbahn nicht…“ – schon Samstagvormittag klangen diese Worte wie eine Anklage über den Lübzer Bahnhofsvorplatz. Bertram Bednarzyk, Bandleader von Country Buffet, probte mit den Teilnehmern des Protestcamps Südbahn ein selbst geschriebenes Lied für das Konzert am Abend. Der Titel war Rote Karte an Ministerpräsident Erwin Sellering und die Landesregierung, die gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung die Südbahn teilweise einstellen will. Der Tenor der Veranstaltung war klar, und so wundert es nicht, dass Sellering die Einladung nach Lübz ausschlug; ebenso Landrat Christiansen.

Noch fährt die Südbahn. Doch am 31. Dezember droht die Amputation auf dem Mittelstück Parchim - Malchow, „wenn es uns nicht gelingt, das Ruder doch noch herumzureißen“, so Clemens Russell, Sprecher der BI „Pro Schiene“ Hagenow - Neustrelitz. Seit gut einem Jahr kämpft die BI gegen die drohende Zerschlagung der Bahnverbindung. Mit Demos, Unterschriftensammlungen, Mahnwachen. Schon viele haben sich angeschlossen. Mit Wolfgang Waldmüller (CDU) und Jacqueline Bernhardt (Linke) unterstützen zwei Landtagsabgeordnete den Kampf der BI, mit Karin Strenz (CDU) und Dietmar Bartsch (Linke) sitzen auch zwei Bundestagsabgeordnete mit im Protest-Boot.

Das Protestcamp, das gespickt war mit Infos, mit Diskussionsrunden, Ideenschmiede und dem Willen, die Landesregierung zur Umsetzung eines vernünftigen Verkehrskonzeptes zu bewegen, unterstützten rund 350 Leute. Leute, die mit der Infrastrukturpolitik des Landes, das aus Gründen der Wirtschaftlichkeit beim ÖPNV den Bus vor das Mittelstück der Südbahn setzen will, nicht einverstanden sind. Und die die Fehlkalkulationen seitens des Landes anprangern, unter denen die Südbahn gelitten hat. Bevölkerungsabwanderung, Wirtschaftsabschwung… – die Argumente in einem von beiden betroffenen Landkreisen in Auftrag gegebenen und von Schwerin bezahlten Gutachten hatte die BI mehrfach widerlegt. Mit solchen Argumenten mache man eine Region kaputt, „aber wir lassen uns nicht stigmatisieren“, sagt Russell zu den Protestlern. Und nannte neben großem lokalen Bedarf nur eine Zahl: Die mehr als 400 000 Touristen in der Region, von denen 80 000 liebend gern mit Zug anreisen würden.

Dass die Stilllegung der Teilstrecke Parchim - Malchow der Anfang vom Ende der Südbahn wäre, steht für viele aus Zweifel. Auch für die Bürgermeister, Vizebürgermeister und Vertreter der Städte und Gemeinden entlang der Achse. Deshalb war Hagenow da, Ludwigslust, Spornitz, Parchim, Lübz, Passow und Malchow. „Die Proteste dürfen nicht aufhören. Im Gegenteil der Druck muss noch höher werden. Ansonsten lehnt sich Schwerin zurück und dann wird sich nichts mehr bewegen“, forderte Elke Duschinski, Sprecherin der BI Malchow, am Samstag zum Weitermachen auf.

 

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