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Ausstellungseröffnung : Zur Vernissage die Rauhbank geschwungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Neue Ausstellung zum Handwerk in Goldberg beim Museumsfest eröffnet

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Anlässlich des herbstlichen Museumsfestes in Goldberg wurde im Heimatmuseum der Mildenitzstadt eine neue Ausstellung eröffnet. Bis Dezember dreht sich alles um das Handwerk in Goldberg und gezeigt werden das Tischler- und das Schuhmacherhandwerk.

Zur Vernissage trat wieder einmal die Band von und mit Horst Meyn auf, die es bereits seit 1964 gibt. Mit dabei Lydia-Ilona Strahlmann, Gerhard Meyn und Hannes Barwandt. Mit leisen Liebesliedern stimmten sie die Gäste auf die Ausstellung ein. Unter den Gästen auch der Schuhmacher Heinz Klinghammer, der viele fachliche Erklärungen zu den vielfältigen Werkzeugen gab. Die Ausstellungsstücke hatte die Familie von Schuhmachermeister Otto Fahning zur Verfügung gestellt. Dabei klärte Klinghammer auch über den feinen Unterschied eines Schuster und eines Schuhmachers auf. „Ein Schuhmacher ist ein Handwerksberuf, während ein Schuster etwas zusammenschustert“, sagt er. Übrigens, ein bekannter Schuhmacher aus der Mildenitzstadt ist Kay Gundlach, der heute in der Kreisstadt Parchim eine exquisite Schuhmacherwerkstatt betreibt und für viele Prominente das Schuhwerk herstellt. Auch Siegfried Schwab, bis 2010 Tischlermeister in Goldberg, hatte seine Werkbank mit vielem Zubehör für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Anlässlich der Vernissage griff er zu einem langen Hobel, einer Rauhbank, und bearbeitete noch einmal ein Stück Holz. Er hatte 1974 von seinem Vater Johannes die Tischlerei übernommen, die 1951 gegründet wurde. „Das Handwerk war in der Mildenitzstadt einst sehr verbreitet. Allein 1835 gab es 14 Tischler und zwei Stuhlmacher und 57 Schuhmacher“, so die Leiterin des Museums Roswitha von Pich Lipinski. Sicherlich lag diese für heutige Zeiten unvorstellbare hohe Zahl an Handwerkern an der Fertigungsweise, denn die industrielle Fertigung war noch nicht so fortgeschritten wie heute. In Goldberg gibt es keine Schuhmacher mehr und mit Harry-Kurt Nast nur noch einen Tischler.

Auf dem sehr schönen Museumshof gaben sich im Laufe des sonnigen Herbsttages beim Museumsfest die Besucher die Klinke in die Hand. Sie konnten an etlichen Flohmarktständen wühlen, mit Sabine Grützmacher basteln oder sich von ihr schminken lassen. Für den Ohrenschmaus sorgte neben der Disko von Detlef Dahl, der Dobbertiner Heimatchor und die Band Horst Meyn. Die Ausstellung zum Handwerk soll nicht die letzte gewesen sein. Schon im Mai folgt die zweite Handwerkerausstellung – zum Thema Uhrmacher- und Frisörhandwerk.

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