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Glück für Karina Kantler aus Hof Hagen : Zum Weihnachtsfest endlich einen Job

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Von der Bürokauffrau zur Spezialkraft in einem Solar-Unternehmen: Karina Kantler aus Hof Hagen fand dank Bildungsträger und Jobcenter einen Arbeitgeber.

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2012 | 10:02 Uhr

PARCHIM | Mit 34 Jahren hat Karina Kantler aus Hof Hagen (bei Goldberg) wieder Anschluss an das Arbeitsleben gefunden. Geholfen haben ihr dabei das Schweriner "Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung (IMBSE)" und das Jobcenter des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit seiner Beauftragten für Chancengleichheit. Und natürlich die Energie-GmbH, die Eckhard Godeck im Herzberger Ortsteil Lenschow führt. "Die Chemie hat auf Anhieb gestimmt", freut sich der Unternehmer über seine neue Mitarbeiterin.

Rückblende: 1998 war Karina Kantler gerade mitten in ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau, als ihr erster Sohn zur Welt kam. Dennoch machte sie ihre Lehrzeit zu Ende. Nach erfolgreicher Prüfung nahm sie Erziehungsurlaub und gebar ihren zweiten Sohn. Danach: Die Suche nach einer Arbeitsstelle, zahllose Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräche, Weiterbildungsmaßnahmen. "Ich hatte keinerlei praktische Berufserfahrung."

Doch es war einfach keine Anstellung zu finden, die sich mit ihrem Familienleben vereinbaren ließ. Es folgten Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe. "Ich habe in meinem Beruf nie gearbeitet." Sie ließ sich zur so genannten Schriftdolmetscherin umschulen. Für Taube setzte sie Gehörtes mit Hilfe einer Spezialtastatur und passender Software in Lesbares um und fand mit dieser Ausbildung auch einen Arbeitgeber. Als der jedoch in die Insolvenz stürzte, stand Karina Kantlers Berufsleben vor dem Aus. Mit diversen Gelegenheitsjobs hielt sie sich über Wasser, arbeitete auch als Kassenhilfe bei einer Tankstelle. "Ich wollte auf jeden Fall arbeiten und nicht von Hartz IV abhängig sein." Das Angebot, sich zur Floristin umschulen zu lassen, erschien ihr wenig attraktiv. Karina Kantler ließ nicht locker. Bei einer Informationsveranstaltung lernte sie das IMBSE kennen.

"Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem Wiedereinstieg von Frauen in das Berufsleben ", berichtet Institutsleiterin Marion Uhlig. Etwa 80 Wiederein steiger betreut das Institut gleichzeitig, manche bis zu einem Jahr. "60 Prozent davon finden danach eine Festanstellung." Das "Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung" hatte den bundesweiten Wettbewerb "Perspektive Wiedereinstieg" gewonnen. In diesem Sektor seiner Angbotspalette stellt der Bildungsträger zuerst die individuellen Kompetenzen von potenziellen Wiedereinsteigern fest und berät sie dabei, sich realistische Ziele zu setzen. Das Schreiben von Bewerbungen wird ebenso trainiert wie Vorstellungsgespräche.

Weitere Informationen über das Institut finden sich im Internet unter der Adresse www.imbse-schwerin.de

"Karina Kantler hat es uns leicht gemacht, sie ist hoch motiviert." Die Zusammenarbeit habe deshalb hauptsächlich telefonisch oder per elektronischer Post stattfinden können.

Das in der Kreisstadt ansässige Jobcenter für den Landkreis Ludwigslust-Parchim betreut derzeit etwa 1000 arbeitssuchende Klienten. Um die spezielle Problematik der rund 35 Wiedereinsteigerinnen kümmert sich Petra Weis als die Beauftragte für Chancengleichheit. Sie sieht sich zugleich auch als Dienstleister für Arbeitgeber. Dank ihrer Kontakte kam sie darauf, der "Godeck Energie-GmbH" die Anstellung von Karina Kantler schmackhaft zu machen. Das Solarunternehmen suchte einen Außendienst-Mitarbeiter. "Wir liefern unseren Kunden ganzheitliche Lösungen aus einer Hand." Das Unternehmen habe sich zudem darauf spezialisiert, Speichermodule für erneuerbare Energie anzubieten. "Mein Vorstellungsgespräch hat fast drei Stunden gedauert", erinnert sich Karina Kandler. Das betriebliche Klima bei ihrem neuen Arbeitgeber habe ihr sogleich zugesagt. "Er hat großes Verständnis für meine familiäre Situation."

Der Einstieg in das neue Metier sei zwar nicht einfach gewesen, "doch die Einarbeitung war einfach toll". Sie habe viel technisches Wissen erwerben müssen, um potenzielle Kunden gut beraten zu können. Inzwischen sehe sie sich sogar in der Lage, eigenständig Angebote zu erstellen. "Mein erster Auftrag - eine Doppelgarage mit Solar-Dach - steht kurz vor seinem Abschluss."

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