Stadtwerke Lübz GmbH : Zum 1. Januar kein höherer Strompreis

Nach jetziger Erkenntnis wird der Strompreis in der Region Lübz zum 1. Januar 2013 nicht steigen. dpa
Nach jetziger Erkenntnis wird der Strompreis in der Region Lübz zum 1. Januar 2013 nicht steigen. dpa

Im Raum Lübz ist nicht damit zu rechnen, dass der Strompreis zum 1. Januar steigt. Unvorhersehbar ist die Entwicklung beim Erneuerbare Energien-Gesetz.

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04. September 2012, 06:14 Uhr

lübz | Karl-Heinz Dobbertin, Geschäftsführer der Stadtwerke Lübz GmbH, rechnet nicht damit, dass in seinem Versorgungsgebiet die Strompreise zum 1. Januar steigen werden und widerspricht damit auch ihm zu Ohren gekommenen, gegenwärtig in der Stadt gesäten Gerüchten. "Was hingegen langfristig mit der EEG-Umlage (Anm.: Abkürzung für Erneuerbare Energien-Gesetz) passiert, ist nicht klar", sagt er. "Im Raum steht eine Erhöhung von 3,5 auf fünf Cent und mehr, die dann nicht nur für uns, sondern für alle gelten würde." Die Umlage werde vor allem deshalb erhoben, um die Finanzierung für die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen abzusichern.

Was ein Stromanbieter gerade im Bereich alternativer Energien verspricht und was letztlich umgesetzt werde, seien allerdings oft zwei verschiedene Dinge. "Wenn Stromhandelshäuser zum Beispiel dazu anregen, möglichst schnell den Anbieter zu wechseln, ist Vorsicht geboten. Dies geschieht meist durch Haustürgeschäfte und die sind für mich unseriös", sagt Dobbertin. "Um eine Erhöhung durch das EEG etwa käme keiner herum, auch private Stromhandelshäuser müssen sie weiterzugeben. Es gab einige, die es in vergleichbaren Fällen nachweislich nicht gemacht haben. Folge: Gegen die Verantwortlichen wird ermittelt."

Ein anderes großes Geschäftsfeld der Stadtwerke ist die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Neu verlegte Leitungen - wie etwa erst vergangene Woche in der Kreiener Chaussee - dürfen nicht eher benutzt werden, bis das kreisliche Gesundheitsamt zugestimmt hat. Nach der Fertigstellung erfolgt die Entnahme einer Probe und ihre Untersuchung vor allem in bakteriologischer Hinsicht. Ist das Ergebnis in Ordnung, wird die Leitung noch einmal gespült und erst dann freigegeben. In der Bauphase seien die Stadtwerke als Netzbetreiber und das die Leitung verlegende Unternehmen täglich in Kontakt, den der Geschäftsführer auch im aktuellen Fall als sehr gut bezeichnet. "Dabei ist die Qualität für uns am wichtigsten. Für den Baubetrieb wiegt auch die Schnelligkeit, und das ungleich mehr als für die Stadtwerke", sagt er. Die Zusammensetzung des objektiv als sehr gut geltenden Lübzer Grundwassers - diese natürliche Ressource ist mit ein Grund für den Brauereistandort - ist auf der Homepage der Stadtwerke nachzulesen (www.stadtwerke-luebz.de).

Enthalten sind in ihm zwar auch Schadstoffe, allerdings in einer so geringen Menge im Mikrogrammbereich (und nicht, wie jüngst fälschlicherweise veröffentlicht, im Milligrammbereich), dass es für den Menschen nicht schädlich ist. Nach der Förderung aus 60 bis 80 Metern Tiefe durchläuft das Wasser zunächst Kiesfilter, in denen grobe Schwebstoffe hängen bleiben.

Ein Kubikmeter (also 1000 Liter) Trinkwasser kostet in Lübz gegenwärtig 1,28 Euro brutto - so viel wie eineinhalb Liter Mineralwasser, das jedoch höchstens von gleicher, eher nicht so guter Qualität sei. Mit ein Grund dafür ist, dass Leitungswasser viel öfter untersucht wird und zudem deutlich strengeren, gesetzlich festgelegten Grenzwerten genügen muss. Auf manchen Flaschen ist zu lesen, dass die letzte Überprüfung mehrere Jahre zurückliegt. "Nicht ungesetzlich, aber für uns undenkbar", sagt Dobbertin. Trotz der engen Vorschriften sorge Trinkwasser aus der Leitung bei vielen nicht für das Vertrauen, das es verdiene: "Ursachen dafür liegen auch darin, dass zum Beispiel Berichte über hier und da natürlich auch mal auftretende Probleme groß aufgemacht werden und dementsprechend Beachtung finden, ohne dann nach links und rechts zu gucken und zu fragen, ob es bei uns auch so ist. Dann wird generalisiert, was nie richtig ist."

Neben den bereits genannten Schadstoffen im Wasser, deren bloße Nennung schon immer wieder für Entsetzen sorgt, weil die minimale Konzentration oft unerwähnt bleibt und damit das Verhältnis fehlt, gelte dies zum Beispiel auch für das Wort Asbestzementrohre - als Altbestand bald kaum noch in Betrieb und unabhängig davon unnötig, weil sich in ihnen im Laufe der Zeit eine Schicht aus Eisen und Mangan gebildet hat, so dass das Wasser mit dem Rohr selbst gar nicht mehr in Kontakt kommt.

"Zusätzlich kann ich mich in jeder Hinsicht auf die gute Ausbildung meiner Mitarbeiter verlassen", sagt der Geschäftsführer. "Nichts ist schlimmer, wenn ich beaufsichtigen will und weiß selber nicht hundertprozentig bescheid. Das kann ich ausschließen."

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