Lübz : Zukunft für Hotel Zur Eldenburg

Das weit über 100 Jahre alte Gebäude am Marktplatz Fotos: Baatz
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Das weit über 100 Jahre alte Gebäude am Marktplatz Fotos: Baatz

Das einst erste Haus am Platz direkt im Lübzer Zentrum hat neue Mieter. Die Wiedereröffnung ist für den 15. März geplant. Eingerichtet wird ein Restaurant mit polnischen Spezialitäten.

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03. März 2018, 05:00 Uhr

Überraschungen erleben Peter Pawlowski und seine Schwiegermutter derzeit immer wieder. „Ein sehr schönes, aber altes Haus eben, in dem man vorher nicht genau weiß, was einen erwartet“, sagt Margarita Czaplicka. Nachdem zum Beispiel die Wasserrohre probeweise wieder unter Druck gesetzt worden waren, zeigte aus der Wand kommende Feuchtigkeit im Restaurantbereich und gleich über zwei Etagen im Hotel, dass nicht mehr alle Leitungen so dicht wie nötig waren und Pflege dringend benötigt wurde. Der genaue Bruchpunkt zweitgenannten Schadens steht trotz intensiver Ermittlungsarbeit immer noch nicht fest.

Die beiden gebürtigen Polen haben im Dezember dafür unterschrieben, das große Haus zu pachten. Am 15. März soll es wiedereröffnet werden. Damit dies gelingt, hilft die gesamte Familie. Ihre morgens beginnenden Arbeiten enden oft weit nach Mitternacht, manchmal sogar erst gen Morgen. Im Erdgeschoss etwa müssen die meisten Wände neu gestrichen und die Möbel ausgetauscht werden, weil die alten verschlissen waren. Die neuen sind schon gekauft und warten darauf, nach Ende der Malerarbeiten eingeräumt zu werden.

In der Küche zum Beispiel gibt es eine große Frittiermaschine mit zwei Edelstahlwannen, für deren intensive Reinigung Margarita Czaplickas Tochter mehrere Stunden benötigt habe. Ähnlich aufwendig gestaltete sich die Befreiung der beiden großen Gasherde von Fettrückständen. Die Kühlanlage zum Beispiel wurde ebenfalls komplett neu angeschafft. Voller Müll liege jetzt unter anderem noch der Keller und ein Nebenraum des Saals im ersten Stock. Für ihn steht bereits ein Container vor der Haustür bereit.

Die polnische Familie lebt bereits seit 20 Jahren in Deutschland und hatte ein Hotel mit Restaurant in Nordrhein-Westfalen gepachtet. Im Oktober letzten Jahres stellte sich heraus, dass für das dortige Anwesen kein korrekter Brandschutz existiert. Deshalb begann die Suche nach einer Alternative – auch im Internet. In die engere Auswahl kamen letztlich ein Haus in Plön und das in Lübz. Als feststand, dass ersteres vergeben ist, dauerte die Entscheidung für die Eldenburg nur sehr kurz.

Weil sich die ehemaligen Pächter mit dem Eigentümer des Hauses nicht hatten einigen können, gaben sie ihr Geschäft 2016 auf. Peter Pawlowski ist gelernter Koch und hat sich vorgenommen, bürgerliche deutsche Küche mit polnischem Akzent anzubieten. „Das Haus soll offen für jeden und nicht nur für die Hotelgäste sein“, sagt er. Für die Stadt von Vorteil sei zudem der in dem Gebäude befindliche Saal, der rund 150 Personen fasse.

Die Familie stammt aus Masuren, einer Landschaft mit viel Wasser wie die in ihrer neuen Heimat. Margarita Czaplicka: „Auch deshalb habe ich ein sehr gutes Gefühl, denke hier, dass ich nach Hause und nicht in die Fremde komme.“

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