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Dobbertiner See : Ziddericher Silo läuft über: See mit Nitrat belastet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Überlauf mündet über Gräben im Dobbertiner See, der immer mehr mit Nitrat belastet wird. Das Problem besteht seit Jahren

von
erstellt am 11.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Uwe Linke spricht von einem Skandal – das Ziddericher Silo läuft seit Wochen über. „Das ist seit Jahren ein Problem“, erklärt der Dobbertiner. Jetzt hat er sich erneut an den Fachdienst Natur- und Umweltschutz des Landkreises Ludwigslust-Parchim gewandt. Schließlich fließen damit „sämtliche Stoffe in den Dobbertiner See sowie das Naturschutzgebiet Klädener Plage und  Mildenitz-Durchbruchstal.“ Die Wasserqualität des Dobbertiner Sees würde dadurch immer schlechter.  Revierförster Uwe Linke weiß, dass das Ziddericher Silo einen Überlauf hat, der über Gräben direkt in den See mündet. „Wir haben schon vor Jahren auf das Problem hingewiesen, doch nichts hat sich getan“, verdeutlicht der Dobbertiner.

Nicht nur der Dobbertiner See sei mit Nitrat belastet, auch der Damerower See sei belastet. „Aus der Richtung komme der ganze Dreck“, wird Uwe Linke deutlich. Der Damerower See ist über den Mildenitzkanal, der den Großen und Kleinen Serrahn passiert, mit dem Goldberger See verbunden. Von dort aus geht es über die Mildenitz letztendlich in den Dobbertiner See.

Beim Ziddericher Silo interessiert Uwe Linke vor allem die Färbung des Wassers. Er vermutet, dass die vom Dünger komme. Der Dobbertiner erklärt auch, dass es ohne Landwirtschaft nicht geht. „Landwirtschaft ist durchaus wichtig, aber auch die Landwirte müssen  aufpassen“, so der Revierförster. Das Thema sei ihm wichtig, nicht nur als Dobbertiner. „Kinder baden in den Seen. Auch Touristen. Wenn sich das aber nicht ändert und es weiterhin stinkt, dann bleiben die alle weg.“ Für Uwe Linke könnte das Problem dann zu einem Teufelskreis werden. „Irgendwann kippt dadurch auch der gesamte Tourismus in der Region. Da hängen Unternehmen dran wie Gastronomen.“

Der Landkreis habe sich der Thematik angenommen, das bestätigt Anfang dieser Woche Pressereferentin Susan Koch. „Der Vorfall wurde Montag vergangener Woche gemeldet. Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde waren unverzüglich vor Ort, um die Situation einzuschätzen. Durch den starken Regen der vergangenen Tage kam es zum Überlauf“, teilte Susan Koch auf SVZ-Nachfrage mit.

Seit 2007 habe es immer wieder Vorfälle mit dem Silo in Zidderich gegeben, das zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik sei. Deshalb wolle der Landkreis jetzt die Reißleine ziehen. „Wir haben formelle Schritte eingeleitet, um den Betrieb des Silos zu untersagen“, sagt Kreissprecher Andreas Bonin gegenüber unserer Redaktion.

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