Lärmbelästigung in Lübz : Wut, weil Raser Wände wackeln lassen

Die Parchimer Straße ist wegen der Lärmbelästigung seit Jahren Gesprächsthema.
Die Parchimer Straße ist wegen der Lärmbelästigung seit Jahren Gesprächsthema.

Überlegung, Pflaster in Parchimer Straße in Lübz mit Asphalt abzudecken

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12. Juni 2015, 21:00 Uhr

Die Parchimer Straße wurde nach dem Austausch aller Ver- und Entsorgungsleitungen vor einigen Jahren neu gepflastert. Die Lärmbelästigung als jetzt größtes Problem für die Anwohner durch die große Verkehrsmenge in diesem Bereich ist seit Jahren immer wieder Thema.

Unlängst hat sich auch der Bauausschuss erneut damit beschäftigt. Die Haupttendenz lautet, einen Umbau etwa durch Asphaltierung und die Auszahlung von Fördermöglichkeiten zu prüfen. „Wenn die hier vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer in der Stunde nicht eingehalten wird, was auf viele zutrifft, erhöht sich der Geräuschpegel enorm“, sagt Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachbereiches Bau bei der Stadt Lübz.  „Dasselbe gilt auch für Erschütterungen, die sich bei schweren Fahrzeugen potenzieren.“

Der Fakt, dass die Stadt zum Beispiel keinen Dauerblitzer aufstellen darf, um die Verstöße zu ahnden,  verkompliziere die Situation. Standorte für Geräte genannter Art wähle ein landesweit tätiger Ausschuss unter Beteiligung der kreislichen Unfallkommission aus. Die unterste lokale Ebene bleibe außen vor, sagt Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt.  Die Kommission müsse den vorgesehenen Standort als Unfallschwerpunkt bestätigen.

„Aber der Landkreis hat auch den von uns auf Wunsch des Ordnungs- und Bauausschusses beantragten Einsatz von mobilen Blitzern als nicht geeignet abgelehnt“, berichtet Salomon. „Nachvollziehen konnte dies bei uns niemand.“

Die Stadt habe die Situation daraufhin mit eigenen Geräten erkundet. Gerichtlich ließen sich die gewonnenen Erkenntnisse zwar nicht verwerten, doch sie seien eine „eindeutige Bestätigung“ für das vorher gewonnene Bild: „Etwa drei Viertel aller Kraftfahrer sind in der Parchimer Straße zu schnell unterwegs. Viele mit um die 40, diverse aber auch mit teilweise weit über 50 km/h.“ Weil die Stadt keinen Unfallschwerpunkt, sondern „nur“ Lärmbelästigung ins Feld führen könne, wäre die Begründung für die Installation eines Dauerblitzers schwach. Einem so gelagerten Wunsch nachzugeben würde voraussichtlich zu einer Flut an Anträgen führen, was nicht mehr finanzierbar wäre.

„Also muss man darüber nachdenken, wie man das Problem anders in den Griff bekommen könnte“, sagt Salomon. Zu langsamerem Fahren durch den „Klassiker“ Bodenwellen zu zwingen, berge leicht die Gefahr, dass sich die Situation eher noch verschlimmere. Als andere Möglichkeit seitliche Hindernisse einzubauen, um nur noch weniger Gas geben zu können, funktioniere in der Parchimer Straße leider nicht: „Zwischen den Hochborden ist zwischen 4,90 und maximal fünf Meter Platz – alte Maße – auf denen sich Kraftfahrzeuge und Fahrräder sogar auch begegnen. Der durch Metallnägel in der Straße sichtbar gemachte Radweg ist 1,50 Meter breit, auf dem man sich auch begegnen kann. Das ist in Ordnung, aber mehr auch nicht. Für seitliche Hindernisse gibt es nicht ausreichend  Platz.“

Als umsetzbare Lösung komme spontan eine Asphaltierung in den Sinn, was aber wiederum die Neigung sinken lassen dürfte, die vorgeschriebene Geschwindigkeit einzuhalten. So werde auch mehr Lärm als gestattet verursacht, doch  aus jetziger Sicht sei die Belastung  mit Asphalt unter dem Strich insgesamt als geringer anzusehen.

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