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Schöne Bescherung : Wundersame Reise eines Weihnachtspaketes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Sendung aus Nordrhein-Westfalen an SVZ-Leser auf Irrwegen / Inhalt komplett verschwunden / Schadensanspruch abgelehnt

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 07:45 Uhr

Schöne Bescherung: Da schickt die im Münsterland in Nordhein-Westfalen wohnende Bekannte unseres Lesers Reinhold M. am 12. Dezember Weihnachtspaket an ihn. Zwölf Tage vorm Fest, wo man meinen sollte, dass es rechtzeitig ankommt. Aber Irrtum, was auch Reinhold M. irritiert. Als das Paket nach fünf Tagen immer noch nicht da ist, forscht er nach.

Auf der Internet-Seite des Paketdienstes DHL wurde ihm in der Nachsendeverfolgung der wundersame Weg seines Paketes angezeigt: Aufgegeben am 12., wird die Sendung schon am 13. Dezember zurückgestellt, verbleibt fast zehn Tage in Greven (NRW), um es nach einem kurzen Abstecher ins Paketzentrum Neustrelitz einen Tag vor Weihnachten dann endlich ins Zustellfahrzeug zu schaffen. Ende gut, alles gut? Irrtum! Erst wird das Paket „fehlgeleitet“, „kann dann nicht zugestellt werden“, „wird umadressiert“ und schließlich „an den Empfänger weitergeleitet“.

Bis 30. Dezember wird das Paket im „Ziel-Paketzentrum “ Greven (NRW) dreimal bearbeitet, schafft es wieder ins „Start-Paketzentrum“ und von hier am 3. Januar tatsächlich wieder bis Neustrelitz. Also die Richtung stimmt erneut. Wenn auch nur so ungefähr. Warum es aber noch am Abend des gleichen Tages im Paket-Zentrum Börnicke (bei Berlin) bearbeitet wird, verrät die Nachsendeverfolgung nicht.

Reinhold M. fragt mehrfach beim Service-Center nach. Ohne Erfolg. Immer wieder wird die Empfänger-Adresse verglichen und sie ist richtig. Der Kommentar von DHL: „Wir kümmern uns darum.“

Als das Paket auch am 7. Januar noch nicht in Lübz ist, wendet sich unser Leser an die Pressestelle der DHL. Dort hat man „Verständnis für seine Verärgerung“ und auch die Auflösung des Rätsels: Recherchen hätten ergeben, dass sich auf der Sendung ein alter Paketaufkleber mit Leitcode befand, wodurch die nach Coesfeld geleitet wurde. Leider sei der Inhalt beschädigt worden. „Die Schadensfeststellung in unserem Frachtzentrum hat ergeben“, schreibt die DHL-Pressestelle, „dass ein Weitertransport der Sendung an Sie nicht mehr möglich ist. Aufgrund der Beschädigung muss die Sendung zur weiteren Klärung an die Absenderin zurückgesandt werden.“

Das Paket wurde dann zwei Tage später wirklich an die Absenderin zurück gesandt. Von der ursprünglichen Verpackung und dem Original-Aufkleber mit der Adresse unseres Lesers war nichts mehr vorhanden. Alle Gläser fehlten und ebenfalls die vakuumverschweißte Mettwurst, mit der die Bekannte den Lübzer überraschen wollte.

Aber wo ist der Aufkleber mit der richtigen Adresse in Lübz?, fragt unser Leser. So wie die Reste des Paketes auf den Bildern (die DHL hatte ihm Fotos zugeschickt) aussehen, müsse wohl der Auslieferer mit seinem Fahrzeug darüber gefahren sein.

Das Originalpaket sei rundherum mit einer roten Banderole beklebt, darauf die Aufschrift „Vorsicht Glas“. Und der Aufkleber mit der richtigen Adresse war oben mittig aufgeklebt, stellt Reinhold M. klar. Es sei also gar nicht möglich gewesen, auf der inneren Verpackung eine alte Adresse zu sehen, geschweige denn, dass der Scanner sie hätte registrieren können.

Aber was nutzt all das Wissen unserem Leser? Alle Schadensersatzansprüche wurden von DHL abgelehnt. Der Absenderin wurde lediglich eine Freisendung in Höhe 6,90 Euro für ein neues Paket angeboten. Reinhold M.: „Meine Bekannte hat mir inzwischen ein neues Paket geschickt. Das ist nach drei Tagen angekommen – allerdings mit Hermes.“



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