Wendisch Waren : „Wolkenrad“ dreht sich für Bio-Gemüse

Eine weitere Hilfe: Wolfgang Trampota mit Kalinda, der Düngelieferantin.
Eine weitere Hilfe: Wolfgang Trampota mit Kalinda, der Düngelieferantin.

Wolfgang Trampota aus Wendisch Waren setzt auf ökologischen Landbau

23-43398910_23-98671588_1529071052.JPG von
15. August 2015, 16:00 Uhr

Eine riesige Weide steht auf dem Feld, hohes Gras umgibt sie, die verschiedensten Obstbäume wurden hier gesteckt. Hier summt, zwitschert und zirpt es. Hier kreist der Turmfalke hoch oben am Himmel. Dann nimmt er den großen Baum ins Visier. „Der Turmfalke nistet in der Weide“, erklärt Wolfgang Trampota, Bio-Bauer aus Leidenschaft, ökologischer Landwirt aus Überzeugung. Noch immer werde der Wendisch Warener belächelt – von anderen konventionellen Bauern. Doch das stört ihn schon lange nicht mehr. Wolfgang Trampota hat seinen Frieden damit geschlossen. Auf seinem Hof Wolkenrad – ein Fantasiename – lebt es sich gut. „Wolken braucht es, damit alles wächst, denn sie produzieren Regen. Und das Rad ist einfach eine geniale Erfindung“, erklärt Wolfgang Trampota die Namensgebung seines Bio-Bauernhofes.


Nahezu alles ist Handarbeit


Er schlendert vorweg. Kennt die Wege auf seinem gut 5,8 Hektar großen Grundstück – inklusive Wohnhaus. Zirka ein Hektar davon sind Gemüseland – bestellt sind aber nur gut 500 Quadratmeter. Und das ist gut so, sagt Wolfgang Trampota aus Überzeugung. Denn bei ihm ist noch alles Handarbeit – die Arbeit am Haus und auf dem Acker müssen bewerkstelligt werden. Hinter seinem Grundstück führen Schienen entlang – für Touristen, die auf der Draisine das schöne Mecklenburgerland erkundschaften. Auch jetzt fahren wieder welche vorbei – sie winken, Wolfgang Trampota auch. Er schreitet weiter voran. In der Ferne sind Kühe zu hören - von seinem Nachbarn, einem konventionellen Landwirt. Wolfgang Trampota hat auch zwei Helfer – tierische wie maschinelle. „Herr Kramer“, ein alter, kleiner Traktor. Keine große Landmaschine mit Überbreite. Weiter in der Ferne steht Kalinda, eine Kuh und gleichzeitig Düngelieferantin für den Bio-Bauern. Seine treue Seele.


Gemüseanbau – natürlich und umweltschonend


Mehrere Reihen Möhren werden hier angebaut, Kartoffeln, irgendwo versteckt sich auch die Rote Beete. Alles Bio. Nichts Gespritztes. Wolfgang Trampota schaut nach seinen Möhren, zieht kurzerhand eine Wurzel heraus. Reicht sie rüber. Den Sand noch ein bisschen abputzen, aber dann herzhaft abbeißen. So muss eine Möhre schmecken. Leicht süßlich, nach Wurzel eben. Und Wolfgang Trampota weiß genau, was sein Gemüse braucht, um zu wachsen und gut zu schmecken – ganz ohne Chemiekeule. „Möhren werden gehäufelt. Denn ihre Wurzeln reichen bis eineinhalb Meter in die Erde. Dort saugen sie das Wasser, das sie benötigen nach oben. Sie regulieren das von alleine, auf natürliche Art und Weise.“ Und wie wird aufgehäufelt? Manchmal macht Wolfgang Trampota es von Hand, doch auch „Herr Kramer“ kommt hier schonmal zum Einsatz, Baujahr 1959, 18 Pferdestärken, 970 Kilogramm schwer. Damit fährt er langsam die Reihen entlang , immer im Wechsel – mal schaut der Wendisch Warener nach vorn, um die Spur zu halten, dann wieder nach hinten, damit er beim Aufhäufeln keine Pflanzen beschädigt. Es klappt alles. Angebaut wird auch auf einem kleinen Hügel – auch das aus gutem Grund. Der ständige Wechsel von Licht und Schatten lässt Kondenswasser entstehen. Auch das nutzt die Möhre aus, zum Wachsen. Wolfgang Trampota setzt aus gutem Grund auf leichte Maschinen: „Es ist total wichtig, den Druck vom Boden zu nehmen. Denn das ist mitunter das größte Problem in der Landwirtschaft, die großen Maschinen.“ Und die Monokulturen. In Wendisch Waren auf dem Hof Wolkenrad ist es ganz anders: Wolfgang Trampota setzt auf eine siebenjährige Fruchtfolge. „Erst nach sieben Jahren kommt die Frucht an die Stelle zurück, wo sie einmal gewachsen ist.“ Und nicht früher.

Der Turmfalke kreist wieder – über dem Hof Wolkenrad. Die Weide als sein Zuhause in Reichweite. Auch Wolfgang Trampota liebt diesen Baum. Spendet er doch vor allem an heißen Tagen im Sommer Schatten. Es summt, zwitschert und zirpt zwischen dem hohen Gras und den Bäumen auf dem Hof von Wolfgang Trampota. Hier dreht sich das „Wolkenrad“ unaufhörlich für Bio-Gemüse aus Wendisch Waren.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen