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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. Juni 2017 | 03:50 Uhr

Vereinsarbeit : Wohnen in Plau und Parchim teurer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erkenntnisse bei Jahreshauptversammlung: Der Mieterverein Parchim-Lübz und Umgebung e.V. steht finanziell auf wackeligen Beinen und gute Angebote für Hartz-IV-Empfänger sind knapp.

Laut Catharina Möller-Federau, Geschäftsführerin des Mietervereins Parchim-Lübz und Umgebung e.V., stehe im Bereich des Altkreises Parchim grundsätzlich noch ausreichend Wohnraum zur Verfügung, doch in den Städten könne es inzwischen zu Engpässen kommen. Viele Mitglieder, die gern umziehen möchten, hätten oft Probleme, eine gleichwertige Wohnung zu finden, sagte sie auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag in Lübz. Dies liege zum einen an der gestiegenen Nachfrage, hauptsächlich jedoch an den höheren Mieten, die mittlerweile für ein neu vergebenes Zuhause verlangt werden. Preise von sechs Euro pro Quadratmeter für „normalen“ Wohnraum seien in Parchim wie auch Plau am See keine Seltenheit mehr. In Lübz jingegen habe der Verein keine Erhöhungen feststellen können.

Auf den Dörfern seien die Mietpreise durchschnittlich weiter günstig, liegen beispielsweise in unsanierten Plattenbauten teilweise noch bei drei bis vier Euro pro Quadratmeter. „Besonders in den Städten ist das Angebot an preiswerten und kleineren Wohnungen für Hartz-IV-Empfänger jedoch knapp“, so Catharina Möller-Federau. Als weiteres, 2016 aufgetretenes Problem nannte sie im Jahresbericht ungerechtfertigte Kündigungen durch Vermieter – etwa wegen „vorgeschobener Gründe“ wie vorgetäuschtem Eigenbedarf: „Wir konnten zwar alle Kündigungen abwehren, doch das Vertrauensverhältnis zwischen unseren Mitgliedern und den Vermietern war so zerstört, dass viele früher oder später selbst kündigten und auszogen.“

Ungeachtet der Tatsache, dass Schatzmeisterin Hannelore Herbst stets auf Sparsamkeit geachtet habe, sei die finanzielle Situation des Vereins auch im vergangenen Jahr sehr angespannt gewesen. Trotz Förderung durch den Landkreis mussten 4000 Euro aus dem Fonds für die Rechtsschutzrichtlinie entnommen werden, um alle Aufgaben bis zum Jahresende erfüllen zu können. „Deshalb haben wir auch für 2017 einen Zuschuss von 7500 Euro beantragt. Er wurde genehmigt und bereits überwiesen“, sagte die Geschäftsführerin. Die Entwicklung zeige, dass der Mieterverein finanziell nicht gesichert ist, weshalb diesbezüglich weitere Überlegungen notwendig seien. Die Vorsitzende Gertrud Schulz nannte unter anderem verstärkte Anstrengungen, mehr Mitglieder (gegenwärtig 497) zu gewinnen, und verwies darauf, dass in Crivitz und Wittenberge (der bisher in Perleberg ansässige Mieterverein existiert nicht mehr) zwei neue Beratungsstellen eröffnet wurden. Zum Thema passend führte Catharina Möller-Federau aus, dass 2016 viele Mitglieder ihre Beiträge nicht wie festgelegt bezahlten. Die Folge: 130 Mahnungen wurden geschrieben, die jedoch kaum zum Erfolg geführt hätten, weil die vorliegenden Adressen nicht mehr stimmten. Erstmalig holte der Mieterverein im letzten Jahr deshalb Melderegisterauskünfte bei den jeweiligen Behörden ein, um die neuen Adressen zu ermitteln, was zumindest teilweise zum Erfolg geführt habe.

2016 gab es insgesamt 512 Beratungen. Bei den meisten (45,5 Prozent) ging es um Betriebskostenabrechnungen, gefolgt von Wohnungsmängeln (28,3 Prozent) sowie Kündigungen und Mieterhöhungen (beide bei acht Prozent). Insgesamt sei zu verzeichnen, dass die Probleme/Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern immer häufiger eskalieren. 2016 wurden 746 Schriftsätze gefertigt, neun Rechtsstreitigkeiten habe man nicht außergerichtlich klären können.

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erstellt am 16.Jun.2017 | 19:00 Uhr

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