Spiel für neue Königin : Wohltätig von Orgel zu Orgel

Im Chor der Kirche zwecks Überreichung des Schecks vereint: Rüdiger Hoppenhöft, Dr. Rüdiger Bahre, Sabrina Bahre, Dr. Claus Cartellieri, Klaus Baumgart und Jens Fengler (v.l.). Fotos: Monika Maria Degner
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Im Chor der Kirche zwecks Überreichung des Schecks vereint: Rüdiger Hoppenhöft, Dr. Rüdiger Bahre, Sabrina Bahre, Dr. Claus Cartellieri, Klaus Baumgart und Jens Fengler (v.l.). Fotos: Monika Maria Degner

Plau am See: Kultureller CDU-Stammtisch lud zum Benefizkonzert zugunsten der Dobbertiner Orgel in die St. Marienkirche

svz.de von
23. September 2017, 05:00 Uhr

Plau unterstützt Dobbertin mit einem Orgelkonzert: Ein Akt der Solidarität war das jüngst vom rührigen CDU-Stammtisch in Plau organisierte Orgelkonzert in der Marienkirche. Mit dem Plauer Internisten Rüdiger Bahre als Gastorganisten wurde das Benefizkonzert zugunsten der Orgel in der Klosterkirche zum musikalischen Ereignis, das den 360 Konzertbesuchern wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Unter den zahlreichen Ehrengästen begrüßte Rüdiger Hoppenhöft „unseren“ Landtagsabgeordneten der CDU, Wolfgang Waldmüller, Amtsvorsteher Paul Schulz und den CDU-Vorsitzenden Klaus Baumgart. Dass die Bürgermeister der betreffenden Kommunen, Norbert Reier und Dirk Mittelstädt anwesend waren, versteht sich. Der Dobbertiner „Delegation“ gehörten außerdem Pastor Christian Hasenpusch, Hans Hopkes von der Diakonie und vor allem Claus Cartellieri, Gründer der Initiative „Freundeskreis Orgel“, an. Seit Jahren kämpfen er und seine Mitstreiter für die Wiedererstellung der großen historischen Orgel. 2020, zum 800. Gründungstag des Klosters, soll sie endlich erklingen.

Aber nicht nur die Anwesenden, sondern auch der Innenraum eines großartigen Bauwerks, dazu der immer majestätische „hohe“ Klang der „Königin der Instrumente“ ließen das Konzert vollends zum lokalen Großereignis anwachsen. Einen ungewöhnlichen lokalen Akzent setzte aber auch die Tatsache, dass der vor Ort bekannte Plauer Arzt, Dr. Rüdiger Bahre, an diesem Abend die Rolle des Organisten übernommen hatte. Der Arzt als Orgelspieler unterstrich somit auf seine Art die Bedeutung eines ideellen Erbes unserer Region: Die spielbare Plauer Orgel erklang an diesem Abend sehr vernehmlich für die Idee einer wieder spielbaren in Dobbertin. Heute ist die entkernte Orgelhülle in der Klosterkirche noch eine „Attrappe“, wie Rüdiger Bahre sich ausdrückte. Sie soll es nicht bleiben.

Dem allgemeinen Wunsch nach Marsch- und Walzermusiken entsprach der Plauer Arzt allerdings nur in geringer Dosierung. Seiner Meinung nach, verriet Bahre der Zeitung, passte diese Musik nicht so recht in ein Benefizkonzert. Wie dem auch sei: Der eher komplexe, wenig volkstümliche „Marche in Es-dur“ des Komponisten Louis Lefébure-Wely (1817 – 1869) stand am Beginn des Konzerts und forderte dem Organisten allein an körperlichem Einsatz einiges ab. Walzerklänge hingegen schmuggelte Bahre als Zitate in eine Bach’sche Toccata ein, allem voran Johann Strauß’ „An der schönen blauen Donau“. „Versuchen Sie mitzuzählen“, lud der Organist sein Publikum ein. Es waren fünf Zitate, einige nicht einfach herauszuhören.

Neben Johann Sebastian Bachs Passacaglia und fuge in c-moll bildete eine der bekanntesten Komposition von Charles Marie Widor (1844 - 1937), seine „Sinfonie No 5 in F-moll“, einen weiteren Höhepunkt des Konzerts. Widor war auf unterschiedliche Weise dem Instrument verbunden. Der Komponist arbeitete gleichermaßen als Organist, Lehrer am Pariser Konservatorium – unter anderem war er Orgellehrer von Albert Schweitzer – und als Musikkritiker. Wie annähernd alle Orgelmeister pries er die Orgel als das Instrument „des Erhabenen“. Und Bahres Interpretation der Sinfonie, die mit einer atemberaubenden Toccata schloss, war ein weiteres Beispiel für die Grandiosität des Instruments und für die Spielkunst des jungen Arztes, der zu Beginn seines Ausbildungswegs erwogen hatte, Kirchenmusik zu studieren. Dann wurde es doch die Medizin. Aber immerhin, sagt er, habe er sich als Organist sein Studium verdienen können.

Am Ende erhielt Claus Cartellieri den berühmten symbolischen „Scheck“ in Plakatgröße und zwar über 2820 Euro. Neben dem Geldwert konnte der Gründer des „Freundeskreises“ auch durch das Ereignis selbst eine großartige Bestätigung seiner kontinuierlichen Bemühungen entgegennehmen.








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