Lübzer Seniorenpflegeheim : Wohlgefühl: Bestens versorgt

Bewohner bei einem Ausflug in den Lübzer Stadtpark
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Bewohner bei einem Ausflug in den Lübzer Stadtpark

Lübzer Seniorenpflegeheim „Haus am Freistrom“ feiert am 1. April 20-jähriges Bestehen. Für alle Bereiche eigene Angestellte

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26. März 2015, 22:00 Uhr

Mit einem „Tag der offenen Tür“ feiert das Seniorenpflegeheim „Haus am Freistrom“ in der Bergstraße am 1. April ab 10.30 Uhr sein 20-jähriges Bestehen. Dazu sind alle Einwohner, ihre Verwandten und Gäste eingeladen.

Dort, wo bis zur Wende ein paar kleine, baufällige Wohnhäuser standen, erhebt sich heute ein dreistöckiges, im Vergleich zum Umfeld langes Gebäude. Errichtet hat das Gebäude der aus Wedel bei Hamburg stammende Wilhelm Kuhrt, der damals schon drei Häuser gleicher Art besaß. Auf Lübz aufmerksam sei er geworden, als Bürgermeisterin Gudrun Stein der Partnerstadt Halstenbek – vor seiner Tür liegend – einen Besuch abstattete, berichtet Heimleiterin Kersten Hochschild: „Er kam hierher, schaute sich die Brachfläche an und fand es vor allem sofort sehr reizvoll, dass sie praktisch mitten in der Stadt liegt, es also Kontakt zum öffentlichen Leben gibt.“ Dies zeigt sich bis heute unter anderem in Spiele- und Grillabenden/-nachmittagen, zu denen auch Gäste willkommen sind. Mindestens dreimal im Jahr kommen Kinder des Sophienstiftes – sie gestalten am 1. April auch das Vorprogramm – um mit den Bewohnern der jeweiligen Jahreszeit entsprechende Dekoration zu basteln. „Das frische Lachen lässt ihre Herzen wieder merklich höher schlagen“, so Kersten Hochschild.

Der frühe Einsatz von Therapeuten und Betreuungskräften habe schon sehr rechtzeitig auch längere Ausflüge in Lübz und die Umgebung ermöglicht. Beschäftigungstherapeutin Birgit Jagusch ist von Anfang an dabei. War sie 1995 in ihrem Fachbereich noch allein, so arbeiten heute außer ihr eine Ergotherapeutin (seit 2003) und acht Betreuungskräfte in dem Heim. Sie sind nicht in den Pflegedienst involviert, sondern lesen zum Beispiel etwas vor, hören einfach zu oder trainieren kleine Bewegungen. Im Gegensatz zu früher hat seit diesem Jahr jeder Pflegeversicherte Anspruch auf diesen Dienst.

120 Männer und Frauen, davon 12 im Wachkoma-Bereich, leben in der Bergstraße auf fünf Stationen. 106 sind in die Pflegestufen 1 bis 3 eingeordnet, außerdem gibt es zwei Kurzzeitpflegeplätze – zum Beispiel für diejenigen, die einen Verwandten zuhause pflegen oder in Urlaub fahren möchten.

Ihnen stehen insgesamt 100 Mitarbeiter zur Seite (auch Teilzeit, Fachleute alle Vollzeit). Vor fünf Jahren waren es erst 80. Grund dafür sind vor allem höhere Pflegestufen, die höheren Aufwand erfordern.

Kersten Hochschild ist gelernte kaufmännische Angestellte, hat Betriebswirtschaft studiert und ist vom ersten Tag an im „Haus am Freistrom“ dabei – wenn auch zunächst in der Verwaltung, Einrichtungsleiterin wurde sie 2000. „Ich habe keinen Schritt bereut, im Gegenteil“, sagt sie. Entscheidend für den Erfolg des Hauses sei vor allem der starke Pflegedienst, den Kerstin Madauß leitet: „Zusammen sind wir ein absolut professionelles Team, auf das man sich verlassen kann.“ Sowohl beim „Medizinischen Dienst der Krankenkassen“ (kurz MDK) als auch der kreislichen Heimaufsicht, die unter anderem Pflegeheime unangekündigt kontrollieren, verzeichne man immer wieder Erfolge. Die positive Resonanz baue auf, aus ihr schöpfe man neue Energie. „Trotzdem sind wir für Kritik offen, denn nur so wird man auch auf Missstände aufmerksam, kann die Qualität erhalten“, sagt die Leiterin. Im „Haus am Freistrom“ gibt es deshalb ein so genanntes Beschwerdemanagement, über das man anonym oder offen seine Kritik äußern kann. „Oft ist das, was man kritisch sieht, ganz einfach abzustellen. Man muss es nur sagen“, sagt Kerstin Madauß. „Missverständnisse sind oft im Spiel.“

Das Lübzer Heim beschäftigt nicht nur die Genannten, sondern auch eigene Reinihungskräfte und in der Wäscherei sowie ein insgesamt siebenköpfiges Küchenteam, das von 6 bis 20 Uhr den ganzen Tag über zu sieben Zeiten für verschiedene Mahlzeiten sorgt – ob diabetisch, Nierenschonkost, eiweiß- und zinkangereichert oder hochkalorisch, wenn das Gewicht steigen soll.

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