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Plauer Stadtbad : Wir sind da - wo bleibt der Sommer?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Pächter des Plauer Stadtbades haben „Perle“ weiter aufpoliert. Der Gästeansturm lässt wetterbedingt auf sich warten. Aber nun endlich soll es heiß werden

Mehr Herbst als Sommer, Regen statt Sonne und Gänsehaut, wo Sonnenbräune sein sollte. Nein, wirklich zufrieden sind Tom Kaßler und Jessica Hameister mit dem, was die Badesaison bisher zu bieten hat, nicht. „An manchen Tagen lohnt das Aufschließen im Grunde gar nicht“, sagt der Plauer. Die gute Laune lässt er sich vom Möchtegern-Sommer aber nicht vermiesen. „Einige Leute kommen immer zu uns ins Bad, egal, wie das Wetter ist. Ein paar mehr wären aber echt nicht schlecht.“

Das Vater-Tochter-Gespann, das im Dezember 2015 das städtische Freibad in Plötzenhöhe gepachtet und damals in einem wirklich traurigen Zustand übernommen hatte, war in den zurückliegenden Monaten fleißig. Estrichboden, Wasser, Abwasser, Heizung, Wände, Decken, teilweise auch die Elektrik, Sanitär, Küche - schon zum Saisonstart 2016 hatten sie die einstige Perle neu aufpoliert. Das meiste mit den eigenen vier Händen; nur manchmal mussten Fachleute ran. Inzwischen haben Tom Kaßler und Jessica Hameister die Gaststättenterrasse winterfest gemacht, hat sich die Liegewiese, die zuletzt mehr Ansammlung von Grassoden als Grünfläche war, nicht nur auffallend toll gemacht, sondern ist auch um etliche Liegestühle reicher, ist der Hundebadestrand im Bau, lässt die Stadt in der 30. Kalenderwoche den Spielplatz errichten, für den viele Plauer Geld gespendet hatten und haben die Pächter neuen Sand am Ufer aufgeschüttet. „Da ging eine Menge drauf“, sagt Kaßler. Ärgerlich sei nur, dass bei starkem Regen immer wieder eine Menge in den See gewaschen wird. „Deshalb ziehen wir den Sand regelmäßig wieder hoch, bevor wir das Bad vormittags um 10 öffnen.“ Früher habe man darauf möglicherweise verzichtet, was der Grund dafür sein könnte, dass der See in der Badeanstalt ganz sacht abfällt. „Andererseits“, weiß Jessica Hameister, „schätzen das gerade Familien mit kleinen Kindern. Das flache Ufer bietet viel Sicherheit.“

Für die ist ansonsten DRK- Rettungsschwimmerin Sabrina Deckert zuständig. „Sie ist die komplette Saison bei uns und macht ihren Job richtig, richtig gut“, ist Tom Kassler begeistert. Seepferdchen kann man bei ihr machen. Auch die Schwimmabzeichen in Bronze und Silber. Nur, bedauern die Pächter, Schwimmkurse, die sich schon allein wegen der von der Stadt im vergangenen Jahr erneuerten Steganlage anbieten würden, gibt’s nicht wirklich. Gerade läuft einer. Allerdings nur mit drei, vier Kindern. „Richtig angepackt, mit rechtzeitig bekannt gemachten Terminen, könnte man bei uns bestimmt zwei, drei Kurse durchführen“, wünschte sich Tom Kaßler mehr Nachdruck seitens der DRK-Führung.

Detlef Lampricht (besser bekannt unter seinem Spitznamen „Lampi“) hatte die Oase mit der herrlichen Aussicht auf den Plauer See schon vor Jahren ins Herz geschlossen. „Seit Tom und Jessica das Bad machen, bin ich noch viel lieber hier. Ich komme beinahe täglich, trink meinen Kaffee, kann mich nett unterhalten und schau, was auf dem Wasser los ist“, sagt Lampi, der selbst viele Jahre Rettungsschwimmer war. „Ich bin am Krakower See zuhause. Aber so ein herrliches Fleckchen habe ich da noch nicht entdeckt.“

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erstellt am 17.Jul.2017 | 05:00 Uhr

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