Erste größere Schneefälle : Winterdienst im Drei-Stunden-Takt

In Lübz hatte es bereits am 2. Weihnachtsfeiertag geschneit.
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In Lübz hatte es bereits am 2. Weihnachtsfeiertag geschneit.

Erste größere Schneefälle / Wenige Unfälle / Stellenweise glatt: Geringere Verkehrsdichte hemmt Streusalz-Wirkung

svz.de von
29. Dezember 2014, 19:44 Uhr

Weiße Weihnacht mit Verspätung. In Parchim war am gestrigen Montag erstmals in diesem Winter Schneefegen angesagt. Die Winterdienste waren seit dem frühen Morgen im Einsatz. Dennoch erlebten einige Autofahrer eine böse Überraschung. So war es auf der B321 zwischen Schwerin und Parchim im Berufsverkehr stellenweise noch glatt.

Die Polizei registrierte im Landkreis bis 8 Uhr zwei Glätteunfälle, bei denen eine Frau leicht verletzt wurde. Auf der B 321 zwischen Crivitz und Schwerin geriet der Pkw der 48-jährigen Frau gegen 8 Uhr plötzlich außer Kontrolle. Der Wagen prallte anschließend gegen zwei Schutzplanken und wurde beschädigt. Die Fahrerin musste später zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Auf gleicher Strecke kam kurz zuvor ein Pkw von der Straße ab und fuhr in eine Böschung. Der Fahrer blieb unverletzt. Viele Hauptstraßen sowie die Autobahnen waren am Morgen bei nur mäßigem Berufsverkehr bereits geräumt, teilt die Polizei mit.

Dass Hauptstraßen am Montagmorgen noch weiß waren, hängt offenbar auch damit zusammen, dass im Vergleich zu anderen Werktagen recht wenige Fahrzeuge unterwegs fahren, erfuhr SVZ von Horst Ferber, Straßenmeister in Lübz. Wenn mehr Autos, insbesondere auch Laster über den Asphalt rollen, entstehe schneller Matsch.

Für Ferbers Team, das u.a. die Bundesstraße 321 Richtung Schwerin bis zur Domsühler Kreuzung beräumt, war es bereits der zweite Einsatz seit Weihnachten. In der Region Lübz, Goldberg, Plau am See waren anders als in Parchim bereits in der Nacht zum Freitag einige Zentimeter Schnee gefallen. Die Lübzer, die zur Räumung der Bundes- und Landesstraßen bis nach Mestlin, Spornitz und zur brandenburgischen Landesgrenze Richtung Meyenburg ausrücken, starteten am Montagmorgen um drei Uhr mit sieben Fahrzeugen in den Winterdienst. Es sei gut gelaufen, so Ferber. „Die Räumung erfolgte in Umläufen von jeweils drei Stunden“, sagt Juliane Schultz vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. Die Fahrzeuge räumen mit Schneepflug und streuen anschließend mit Salz nach. Juliane Schultz: „Die erforderliche Salzmenge wird durch einen Computer auf dem Fahrzeug errechnet und danach auf die Straße ausgebracht. Änderungen beim Streusalzeinsatz wurden nicht vorgenommen.“

Auch der städtische Betriebshof in Parchim war auf den Wintereinbruch offensichtlich gut vorbereitet. Bei angepasster Fahrweise kam man gut durch die Stadt, schätzt Frank Schmidt, Bauamtsleiter der Stadt. Er lobt die bewährte Arbeit des Betriebshofes. Ab zwei Uhr am Morgen werden die Straßen kontrolliert, ab vier Uhr ist der Winterdienst unterwegs. Frühe Einsätze verhindern, dass der Neuschnee festgefahren wird.

Auch die erfahrenen Mitarbeiter in den Straßenmeistereien des Landkreises hatten gestern zum Wintereinbruch alles im Griff, erfuhr SVZ von Kreissprecher Andreas Bonin. 978 Kilometer Kreisstraßen sowie deren Ortsdurchfahrten in Gemeinden beräumen die Straßenmeistereien Hagenow mit Außenstandort in Vellahn, Ludwigslust sowie Parchim/Dargelütz mit den Außenstandorten in Crivitz und Lübz. 51 Mitarbeiter sind auf Achse. Der Winterdienst des Kreises verfügt über 20 eigene und zwei Fremdfahrzeuge. Wie SVZ erfuhr, wurden auf den Landes- und Bundesstraßen bis vor einigen Jahren noch intensivere Streumittel eingesetzt, mit denen die Fahrbahn schneller eisfrei wurden. Vor sechs bis sieben Jahren wurde die Magnesiumchlorid- durch die nicht so intensive Natriumchloridlösung ersetzt.


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