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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

15. Dezember 2017 | 19:06 Uhr

abwarten : Winterdienst bleibt in Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kreisstraßen profitieren von mildem Wetter / Jeder Tag ohne Einsatz der Räum- und Streufahrzeuge spart Geld für die Straßen-Instandhaltung

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 09:00 Uhr

Nach den milden Temperaturen des bisherigen Winters könnte es nächste Woche Schnee geben. Das sagen die derzeitigen Wetterprognosen. Raik Marckwardt in der Straßenmeisterei Parchim sieht es gelassen: Seit über 20 Jahren ist er Winter für Winter auf dem Streufahrzeug unterwegs. Das musste am Mittwoch wie an vielen anderen Tagen zuvor nicht den Hof der Straßenmeisterei in Parchim-Dargelütz verlassen.

Der Winterdienst bleibt in den Startlöchern. Sollte es Schnee und Glätte geben, können die Straßenmeistereien schnell reagieren, erklärt am Mittwochmorgen Hans-Georg Zwang, Fachdienstleiter für den Straßen- und Tiefbau im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Seit dem 1. November ist die Technik klar und es gilt der Bereitschaftsplan für den Winterdienst. „Überraschungen mögen wir gar nicht“, so Zwang. Rund 50 Mitarbeiter sind in den Winterdienst der drei Straßenmeistereien des Kreises in Hagenow, Ludwigslust, Dargelütz und den Außenstellen in Vellahn, Crivitz und Lübz eingetaktet. 20 Räum- und Streufahrzeuge stehen auf den sechs Höfen zur Verfügung. Außerdem wurden im Raum Hagenow/Ludwigslust drei Fahrzeuge von Privatfirmen für den Winterdienst gebunden.

„Wir hatten schon Einsätze“, berichtet Hans-Georg Zwang. Immer wieder gebe es gefährliche Straßenglätte. Das Problem sei, dass im gesamten Landkreis nicht die gleiche Situation herrsche. Die Leiter der Straßenmeistereien kennen aber die Schwerpunkte. Sie wissen, wo es Probleme geben könnte, beispielsweise in Hanglagen und in Waldgebieten. Außerdem seien ständig Fahrzeuge zu Straßenkontrollen unterwegs.

Raik Marckwardt, Schlosser Manfred Thieß und ihre Kollegen von der Parchimer Straßenmeisterei kennen die von Ort zu Ort äußerst unterschiedlichen Wetterbedingungen. Zuweilen ist Parchim noch grün und Marnitz und Stolpe liegen im Schnee. Oder es ist umgekehrt. Eine Wettergrenze gebe es hinter der Stadtgrenze von Parchim, weiß Marckwardt.

Hans-Georg Zwang äußert sich anerkennend über die Arbeit der Fahrer im Winterdienst „Der Job ist nicht einfach. Das verlangt höchste Konzentration.“ Es gehe oft an die Belastungsgrenze. Drei lange Winter liegen hinter ihnen.

Dass die Männer aus den Straßenmeistereien bislang weniger Streusalz ausbringen mussten, tut den Fahrbahnen gut. Geld, das beim Winterdienst eingespart wird, kann für die Unterhaltung und Reparatur von Straßen eingesetzt werden, erfährt SVZ. 1,4 Millionen Euro hat der Landkreis in diesem Jahr für die Straßenunterhaltung einschließlich Winterdienst eingeplant. Das sind 300 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Für ein 978 Kilometer langes Straßennetz und 136 Kilometer Radwege ist der Landkreis zuständig. Um diese Strecken zu bewirtschaften, sind die Mitarbeiter der Straßenmeistereien ständig auf Achse. Auch bei diesem milden Wetter gebe es Schäden, die aufgenommen und repariert werden müssen, so Zwang. Was beim gesamten Straßennetz in Deutschland beklagt wird, gilt indes auch für die Kreisstraßen von Ludwigslust-Parchim: Sie werden auf Verschleiß gefahren.

Dabei lässt sich der Landkreis in diesem Jahr die Investitionen in Straßen und Brücken 2,86 Millionen Euro kosten. Das ist bedeutend mehr als im Vorjahr (1,6 Millionen). Allerdings lassen sich mit den Investitionen gerade einmal 40 Prozent des Verschleißes an den Kreisstraßen ausgleichen.

„Wir müssten eigentlich noch wesentlich mehr an den Straßen machen“, so Zwang. Im Großen und Ganzen seien sie aber in Ordnung - bis auf wenige Ausnahmen. Von den 80 kreiseigenen Brücken wurde jede zehnte bei den Überprüfungen als „nicht ausreichend“ oder „ungenügend“ eingestuft. Der Landkreis muss hier in den nächsten Jahren enorme Investitionen für Instandhaltung und Neubau leisten.

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