zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 16:39 Uhr

Streit um Kriterien : Windradkampf um Abstandsregel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Zehnfacher Abstand zu Wohngebieten oder reichen 1000 Meter? Land und Kreis hakeln um Windkraft-Eignungsgebiete

von
erstellt am 22.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Der Streit um künftige Kriterien und geeignete Gebiete für den Bau von Windkraftanlagen spitzt sich zu. Vor der entscheidenden Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg im Februar kritisiert CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Waldmüller die Haltung von Landrat Rolf Christiansen (SPD).

Waldmüller fordert den Landrat auf, einem Kreistagsbeschluss zu folgen und sich aktiv bei der Landesregierung dafür einzusetzen, die so genannte Länderöffnungsklausel zu nutzen. Diese gibt Ländern nur in diesem Jahr die Möglichkeit, die Mindestabstände zwischen Windrädern und Bebauung selbst festzulegen. Der Kreistag plädiert für den 10-H-Abstand, also die zehnfache Windradhöhe als Puffer zu Siedlungen und Splittersiedlungen. Rolf Christiansen hatte sich vor Bürgermeistern gegen die Öffnungsklausel ausgesprochen, „weil das Land dann den 1000-Meter-Abstand reinschreibt und der RPV und die Kommunen nichts mehr zu sagen haben.“

Die starre 1000-Meter-Regel würde aber nicht berücksichtigen, dass Anlagen immer höher werden und bedrängend wirken, so CDU-Mann Wolfgang Waldmüller: „Früher waren die Windräder 80 Meter hoch, jetzt sind es 200 Meter. Ich hätte mir gewünscht, dass der Landrat den Bürgermeistern die Beschlusslage erörtert.“ Rolf Christiansen sagte, er sei eingeladen worden, um die Positionen des RPV vorzutragen.

Die CDU sei keinesfalls gegen Windkraft, nur müsse mit Augenmaß gehandelt werden. Die Wertschöpfung sollte im Land bleiben. Derzeit fließen 450 Millionen Euro von Windkraftbetreibern in andere Bundesländer, weil die Firmen dort ihren Sitz hätten, so Waldmüller. Ein maximaler Ausbau der Windkraft bringe zudem Probleme, weil Netzkapazitäten und Speichermöglichkeiten fehlen würden.

Es gebe zwei Wege in der Diskussion um künftige Kriterien: Die maximale Menge an Windrädern anzustreben (der RPV gibt vor, die Gemeinden haben nichts zu sagen) oder weniger Gebiete auszuweisen, dafür aber die Gemeinden mit ins Boot zu holen. Die 10-H-Regel sei auch keine Verhinderungsplanung, denn die Gemeinden könnten ja mit entsprechenden Beschlüssen den Abstand verringern, wenn sie wollen. Der Vorstand des Regionalen Planungsverbands hatte die siebenfache Windradhöhe als Abstand ins Spiel gebracht. Darüber könne man ja verhandeln, sagt Wolfgang Waldmüller. Nur gehe es eben um die Frage, ob Kreis und Land die Bevölkerung und die Kommunen mit ins Boot holen wollen oder nicht. „Wir wollen das“, bekräftigt der CDU-Fraktionschef. Deshalb sei es wichtig, dass der Regionale Planungsverband nicht die Kriterien des Infrastrukturministeriums übernehme, sondern für die Öffnungsklausel eintrete. Das sei geschehen, kontert Rolf Christiansen. Aber nach allem, was er höre, würde das Land dann die starre 1000-Meter Regel festschreiben. „Dann haben wir gar nichts gewonnen“, sagt der Landrat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen