Südbahn : Wiederbelebung kein Hirngespinst

Mahnung an die Politik: Die Demonstrationen für den durchgängigen Erhalt der Südbahn fanden unter anderem sogar vor der Schweriner Staatskanzlei statt.   Fotos: Ilja Baatz
Mahnung an die Politik: Die Demonstrationen für den durchgängigen Erhalt der Südbahn fanden unter anderem sogar vor der Schweriner Staatskanzlei statt. Fotos: Ilja Baatz

SVZ-Lokalredaktion Lübz im Gespräch mit Clemens Russell, Sprecher der Bürgerinitiative „ProSchiene“, über neue Entwicklung bei Südbahn

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27. September 2017, 21:00 Uhr

Mit seiner Ausdauer hat wohl kaum jemand gerechnet, aber vor allem auch sie dürfte – zusammenfassend betrachtet – zu der Chance geführt haben, dass zwischen Parchim und Malchow irgendwann vielleicht doch wieder regelmäßig Züge verkehren: Clemens Russell, Sprecher und Mitinitiator der Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene“ im Landkreis Ludwigslust-Parchim, scharte seit Oktober 2013 diverse engagierte Menschen hinter sich, die gemeinsam über viele Monate dafür kämpften, dieses Ziel niemals aus den Augen zu verlieren. Stets an seiner Seite: Monika Göpper, Sprecherin der BI im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Wie gestern kurz berichtet, haben der Landkreis Ludwigslust-Parchim einer von ihm veröffentlichten Mitteilung zufolge und die BI Gespräche über eine Wiederbelebung des im Dezember 2014 eingestellten Verkehrs auf der Südbahnstrecke von Parchim bis Malchow aufgenommen.

Auf Nachfrage unserer Redaktion sagt Russell dazu, dass er über diesen Schritt froh sei: „Wir haben ein Verfahren vereinbart, in dem auf Augenhöhe verhandelt wird und das uns in die Lage versetzt, die Bahn unter Berücksichtigung konzeptioneller, finanzieller und juristischer Aspekte wieder fahren zu lassen – also alles andere als eine Quatschrunde, sondern Gespräche mit messbaren Ergebnissen.“ Mittlerweile sage auch Landrat Rolf Christian-sen, dass es eine Fehlentscheidung war, den Südbahnverkehr zwischen Parchim und Malchow einzustellen.

An alle Mitstreiter und Skeptiker oder Politikverdrossene wolle die BI richten, dass es sich lohne, beharrlich zu bleiben, selbst wenn ihr der Wind oft hart ins Gesicht geblasen habe. „Klar, auch wir haben ausgeteilt. Jetzt freuen wir uns erst einmal. Den Moment zu genießen ist nicht verboten!“, so Russell. Gut sei, dass auch diejenigen, die etwas bewegen können – zum Beispiel Tourismusfachleute – mit am Tisch sitzen werden. „Aber auch unsere Kommunen, Gemeinden und Unternehmen werden zu beteiligen sein“, sagt der Sprecher. „Und wohlgemerkt: Das Land ist für die Bahnpolitik und ihre Finanzierung verantwortlich. Keiner wird auf die Idee kommen, es aus seiner Verantwortung zu entlassen.“

Die BI warte zudem noch immer auf eine Antwort von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Der höchsten politischen Vertreterin in unserem Bundesland habe man vor vielen Wochen geschrieben und angeboten, ihren Neuanfang im Amt mit einem sachlichen Gespräch über die Bahnpolitik in unserer Region zu verbinden. Man brauche jetzt einen guten Geist, politischen Willen und Gestaltungskraft, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Diesbezüglich werde sich die BI einbringen.

Der Saisonverkehr 2017 sei erfolgreich über die Bühne gebracht worden: „Die BI redet nicht nur, sie versteht auch etwas vom Machen.“ Der Kontakt mit dem Nachbarlandkreis Mecklenburgische Seenplatte sei sehr gut. Man sei froh über von dort stammende Mitstreiter in der BI und auch in den Verwaltungen.

Als weiteres Thema für die Zukunft nennt Russell, dass die Verbindung Hagenow – Ludwigslust – Parchim – Karow/Plau am See – Malchow und Waren aus einem Guss sein müsse. „Da haben wir uns allerhand vorgenommen“, so der Sprecher. Ein Anfang für das Teilstück Parchim – Malchow sei gemacht.



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