Lohnende Investition : Werder: Solarstrom frei Haus

Ohne Gräben wurden die Module der Photovoltaikanlage bei der LMG unterirdisch verbunden.
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Ohne Gräben wurden die Module der Photovoltaikanlage bei der LMG unterirdisch verbunden.

Die Landwirtschaftliche Milcherzeugergenossenschaft (LMG) Greven-Werder setzt auf Photovoltaik made in Brandenburg.

svz.de von
04. November 2014, 22:00 Uhr

Die Landwirtschaftliche Milcherzeugergenossenschaft (LMG) Greven-Werder schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen bekam die Genossenschaft 3000 Quadratmeter der astbesthaltigen Dacheindeckungen ihrer Betriebsgebäude am Grevener Weg saniert und fachgerecht entsorgt. Zum anderen installierte das brandenburgische Unternehmen „Sunfarming“ auf den neuen Dächern reihenweise Photovoltaik-Paneelen, die jährlich insgesamt 480 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Module stammen aus deutscher Produktion und sind auch auf Dächern installiert, die nur vor- oder nachmittags direkte Sonneneinstrahlung haben. „Wir wollen damit eine möglichst gleichmäßige Ausbeute über den gesamten Tag erzielen“, begründete Projektleiter René Weigel diese Vorgehensweise. Für die Verkabelung der Gebäude bedient er sich eines hochmodernen Verfahrens: Die Wege für die Kabelstränge werden per Bohr- und Spülverfahren unterirdisch durch das Betriebsgelände gefräst. „Baggerarbeiten oder offene Gräben würden den Betriebsablauf bei der LMG empfindlich stören.“

Die Arbeiten sollen noch in dieser Woche abgeschlossen sein. Wer die Inbetriebnahme der kompletten Anlage verzögert, sei die Wemag, die mit dem Anschluss der neuen Trafostation nicht so recht vorankomme.

Mit dieser Investition wird die LMG in die Lage versetzt, künftig mehr als 40 Prozent ihres jährlichen Strombedarfs allein aus Sonnenkraft zu decken. Bislang bezog sie pro Jahr bis zu 500 000 Kilowattstunden Strom vom regionalen Monopolisten Wemag. „Die Kosten sind in den vergangenen fünf Jahren von 80 000 auf 140 000 Euro pro Jahr gestiegen“, wusste LMG-Geschäftsführer Jens Friedrich.

Der vor Ort erzeugte Solar-Strom wird der Genossenschaft von „Sunfarming“ zu einem Tarif zur Verfügung gestellt, der mindestens zehn Prozent günstiger ist als der bisherige. Zudem gibt der Investor eine Preisgarantie für zehn Jahre. Der Investor hat für seine Installation bei der LMG eine sechsstellige Summe in die Hand genommen. Genaue Zahlen wollte Prokurist Adrian Huwald bei der Präsentation des Vorhabens nicht nennen. Das Unternehmen ist seit zehn Jahren am Markt und bietet nicht nur Agrargenossenschaften, sondern auch Kommunen oder Behörden sein Investitionsmodell an. „Sogar ein Berliner Finanzamt zählt zu unseren Kunden.“ Die Dachflächen werden gepachtet und mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Der erzeugte Strom wird hauptsächlich an den Gebäudeeigner verkauft. „Als Stromlieferant haben wir davon mehr, als wenn wir unseren Strom ins Netz einspeisen würden.“ Dieses Geschäftsmodell allein gemäß des Energieeinspeisegesetzes zu finanzieren sei gegenüber den Geldgebern nicht darstellbar. „Die Vergütung ist dafür viel zu niedrig.“ Inzwischen zählt die Sunfarming-Firmengruppe Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 50 Megawatt zu ihrem Bestand und betreut weitere 30 Megawatt. Die LMG finanziert ihre Dachsanierung über einen zeitweise etwas höheren Strompreis. „Wir mussten dafür kein eigenes Geld in die Hand nehmen“, freute sich Geschäftsführer Friedrich.

Die Landwirtschaftliche Milcherzeugergenossenschaft (LMG) Greven-Werder hält 1000 Milchkühe und 750 Jungrinder. 35 Beschäftigte bewirtschaften eine Fläche von 1200 Hektar Acker- und Grünland mit einer Bodenkennzahl von mehr als 35. Darauf werden hauptsächlich Getreide und Viehfutter angebaut. Die Genossenschaft zählt 21 Mitglieder und bietet sechs Ausbildungsplätze. Geschäftsführer Jens Friedrich ist seit 1991 im Amt.


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